Der wahre Grund für ewige To-Do-Listen und Aufschieberitis (Prokrastination)

Bist du vielleicht jemand der immer eine To-Do-Liste am Start hat, diese aber nie wirklich abgearbeitet bekommt?

ODER

Du hast Dinge zu erledigen und du verschiebst diese immer wieder?

Wenn du dich jemals gefragt hast was der Grund dafür ist und wie du den Grund beseitigen kannst, dann ist dieser Blogartikel genau richtig für dich und NEIN der Grund ist nicht Faulheit! Deshalb verschiebe es bitte nicht diesen Artikel zu lesen :-)

DAS Beispiel aller Beispiele für Aufschieberitis und für einen Dauerpunkt auf einer To-Do-Liste

Ein Beispiel das wahrscheinlich jeder kennt – die berühmt-berüchtigte Steuererklärung. Man weiß es, wenn man sie macht kriegt man im Normalfall Geld zurück und kann sich freuen, aber dafür muss man erst einmal die Steuerklärung machen, etwas was nicht sonderlich Spaß macht und Zeit kostet. Wenn man nun diese besagt Steuerklärung nicht gleich bei der erst besten Möglichkeit macht, sondern sie auf den Sankt-Nimmerleinstag verschiebt, passiert folgendens: Es wird quasi ein To-Do-Listen Punkt in den „Hinterkopf“ geschoben, also man hat es immer latent im Kopf „Achja, ich muss ja irgendwann die Steuerklärung machen“. Im Normalfall sind das neben so einer Steuererklärung gefühlt noch weitere 100 Dinge die man eigentlich noch machen müsste, aber auf die man einfach keine Lust hat sie zu machen. So bildet sich eine kleine aber feine To-Do-List im Hinterkopf, die immer so einbisschen präsent ist und einem immer ein schlechtes Gewissen macht – ziiiiemlich nervig. Unbewusst kreisen die Gedanken, also man merkt es eher im Körper als dauerhafte Anspannung, und verursachen ein Zustand der ständigen Beschäftigung mit Dingen die gemacht werden müssen, die aber aus irgendeinen Grund von einem nicht gemacht werden und dieser Grund ist folgender:

Die Wirkung ist bei beiden Themen die gleiche – Ablenkung und permanente Beschäftigung

Ob jetzt zig aufgeschobene Sachen oder eine To-Do-Liste die nie kürzer wird, weil man immer irgendwie was zu tun hat, der Effekt ist immer der Gleiche: Kein Platz für Ruhe und Stille im Kopf und Körper und dies ist sogar unbewusst gewünscht DENN: Und das habe ich nun am eigenen Körper erlebt, wenn ich nun doch den Punkt erreiche, wo ich alle Punkte von der To-Do-Liste abgearbeitet habe, ich alle aufgeschobenen Dinge wirklich mal gemacht habe, dann, ja dann tritt Leere ein! Auf einmal ist es ganz ruhig im Kopf und im Körper. Es gibt nichts mehr zu tun alles ist getan, ich war gut, ich war fleißig und nun kann ich zu mir kommen, durchatmen. ABER Ahhh, ich will nicht durchatmen, denn da ist diese tiefe Stille, das Gefühl riesengroßer Einsamkeit die auf einmal hochsteigt. NEIN, dieses Gefühl will ich nicht! Es ist so schrecklich, ich fühle mich so schrecklich und mir wird dabei endlich bewusst warum ich diesen Zustand unbewusst nie erreichen wollte – der Zustand ist scheiße!
Also deswegen kreierte ich mir immer wieder neue To-Do’s oder schob Aufgaben immer wieder auf – ich wollte diesen Zustand nicht erreichen!

Ist das die Wahrheit???

Aber das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, natürlich wollte ich irgendwann mal diesen Punkt erreichen (und zwar JETZT), weil ich diesen Punkt überwinden möchte. Ich möchte nicht mein ganzes Leben mit einem Kopf voller To-Do’s rumlaufen und einem schlechten Gewissen dass ich die ganzen Punkte nicht schnell und gut genug abarbeiten kann. Es ist an der Zeit mich mit diesem befreienden Gefühl anzufreunden, welches im ersten Moment und Momenten sehr schmerzhaft ist, denn dann kommt tiefe Trauer, das Gefühl tiefer Leere und starke Einsamkeitsgefühle hoch. Aber es hilft nichts, nur wenn ich durch diese Gefühle gehe, kann ich sie überwinden, da geht kein Weg dran vorbei.

Doch warum kommt denn da so viel Trauer und Leere hoch? Was ist da los?

Wir haben die Verbindung zu uns selbst verloren und diese fehlende Verbindung ist natürlich dann ganz schmerzhaft wenn wir nicht dauerbeschäftigt sind, also mal zur Ruhe kommen und uns selbst spüren (und nicht die ganzen äußerlichen To-Do’s, die einem sonst quasi beherrschen).
Das ist es wovor wir heimlich davon laufen wenn wir uns in Arbeit stürzen, Sachen aufschieben oder endlose To-Do-Listen kreieren: Tiefe innere Einsamkeit.

Ein natürlicher Schutzmechanismus

Wiederum gibt es einen Grund warum wir unsere Verbindung zu uns selbst irgendwann verloren haben, es hat in der Vergangenheit Sinn gemacht uns von uns selbst zu entfernen, dies ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Doch nun habe ich genug Kraft gesammelt dass ich den Schutzmechanismus nicht mehr brauche und ich mich jetzt dem stellen kann was sich da hinter verbirgt, mich dem zu stellen was sehr lange Zeit geschützt werden musste. Heute fühle ich das erste Mal dass ich nicht nur genug Kraft dafür habe, sondern dass ich mich auch auf diesen Prozess freue, denn das was ich mich da stelle ist mein tiefstes Ich, meine Seele, mein Kern, einfach Ich, welches ich nun wieder kennen lernen und leben darf :-)

Die Gründe warum man einst die Verbindung zu sich selbst aufgeben musste und wie man diesen Schritt wieder rückgängig machen kann, werde ich in den nächsten Blogartikeln näher beleuchten.

Bis dahin wünsche ich dir alles Gute und viel mehr Verständnis für dich selbst wenn du mal wieder in To-Do-Listen oder Aufschiebungen versinkst ;-)

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About the author

Denise
Denise

2 Comments

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  • Das ist ja wirklich sehr interessant :D
    Ich war früher auch extrem schlimm was das Aufschieben von Aufgaben betrifft. Sachen wie Seminararbeiten und andere Dinge für die Schule oder die Uni habe ich zwar immer sofort erledigt, aber sowas wie aufräumen, ausmisten, Papierkram usw. habe ich immer bis zum Schluss hinausgezögert. Im letzten Jahr hat sich das total geändert, ich habe mir aber nie darüber Gedanken gemacht, dass es daran liegt, dass ich jetzt mit so einer „Leere“ besser umgehen kann.
    Jetzt wo ich deinen Artikel gelesen habe werde ich versuchen noch mehr darauf zu achten :) Ich will keine To-do-Liste im Hinterkopf haben die mich unterbewusst stresst. Ich will diese Ruhe und die Verbindung zu mir selbst wider finden :)
    Liebe Grüße
    Marina

    • Hi Marina,

      stimmt, jetzt wo du es sagt, ich hab früher auch viel krasser Sachen aufgeschoben als heute, cool das mir das grad bewusst wird :-) man sieht so oft seine eigenen Fortschritte ja manchmal nicht…
      Ja einmal das Bewusstsein dafür und dann passiert es ganz automatisch ohne dass man sich arg doll anstrengen muss, einfach nur achtsam bleiben :-)
      Wow, das Gefühl nichts machen zu müssen (da aaaalles auf der inneren To Do Liste abgehackt ist) auf das freu ich mich jetzt immer mehr und habe nicht mehr so eine große Angst davor, weil ich nun weiß was dahinter steckt :-)

      Liebe Grüße
      Denise

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