Die Angst nicht alles schaffen zu können mit „The Work“ von Byron Katie bearbeiten

In meinem letzten Blogartikel „Die ständige Angst nicht alles schaffen zu können endlich beenden“ berichtete ich über meine ständige Angst nicht alles schaffen zu können und mit welchen Methoden ich diese Angst angehe, weil ich sie einfach nicht verstehen konnte und auch sehr darunter litt.

Eine Methode die ich kurz vorgestellt hatte war „The Work“ von Byron Katie, die ich regelmäßig seit ca. einem Jahr anwende und von der ich immer wieder begeistert bin was da durch ein paar Fragen zum Vorschein kommt. Man versteht auf einmal so viel und hat plötzlich sehr viel Verständnis für sich und andere, da fallen bei mir immer die Lasten von meinen Schultern. Es macht mich friedlicher – ich bin friedlicher zu mir selbst und zu anderen. Ich kann mich und andere viel liebevoller betrachten, weil ich es einfach verstehe und nachvollziehen kann warum ich so bin und auch andere so sind wie sie sind und dass wir sehr alle dem oft machtlos gegenüber stehen und einfach gerade nicht anders können.
Auch wird endlich das Gedankengewusel im Kopf sortiert, ausgesprochen, einfach rausgelassen und muss nicht mehr rastlos im Kopf umher kreisen. Im Großen und Ganzen einfach das beste Tool was ich kennen gelernt habe!

Hier zeige ich nun wie meine „The Work“ für den Glaubenssatz „Ich sollte alles schaffen“ aussieht.

GLAUBENSSATZ: Ich sollte alles schaffen.

1. Ist das wahr?
Naja, es wäre schon schön, dann würde ich mich gut fühlen.

2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
Nein natürlich nicht, ich denke immer es wäre so toll wenn ich alles schaffen könnte aber ich muss oder sollte dies nicht, wer sagt das, dass ich alles schaffen sollte? Niemand anderes als ich selbst!

3. Wie reagierst du, was passiert wenn du diesen Gedanken glaubst?
Ich reagiere mit Ohnmacht, es lähmt mich, weil ich wirklich nie alles schaffe. Ich will wirklich viel schaffen, es ist unmöglich alles zu schaffen, so wie ich es mir vorstelle, vielleicht über Jahre gesehen aber nicht in den kurzen Zeiträumen wie ich es mir vorstelle. Ich bin so ungeduldig, ich will immer alles auf einmal machen.

3a) Welche körperlichen Empfindungen tauchen auf?
Meine Atmung wird flacher, ich atme nicht mehr richtig und ich verkrampfe, mein Körper verspannt sich, besonders im Kopf/Schulter/Nackenbereich.

3b) Welche Gefühle tauchen auf wenn du diesen Gedanken glaubst?
Ich habe Angst, Angst es nicht zu schaffen, Angst nichts auf die Reihe zu kriegen. Auch bin ich wütend dass ich nicht alles schaffe was ich mir so vorgenommen habe zu schaffen und dies wiederum macht mich traurig, also dass ich so wütend auf mich selbst bin, weil ich es mir einfach nieee recht machen kann. Ich fühle mich einfach nur unzufrieden (mit mir selbst).

3c) Welche Bilder aus der Vergangenheit oder Zukunft tauchen bei dir auf (wenn du diesen Gedanken denkst)?
Mir kommen sofort die Bilder aus meiner Ausbildung hoch, wo ich zum Schluss in einer Abteilung war die ich als Azubi allein mit einer Halbtagskraft schaffen sollte, was halt überhaupt nicht möglich war, aber ich wollte es schaffen und ein guter Azubi sein, aber eigentlich habe ich die Arbeit gehasst und das war eine sehr unschöne Mischung, ab dem Zeitpunkt damals fingen meine körperlichen Schmerzen an.

3d) Zeigen sich Zwänge, Süchte oder ein auffälliges Verhalten bei dir?
Als auffälliges Verhalten würde ich meinen erschöpften Zustand beschreiben, weil ich mich gedanklich so fertig mache, komme ich öfter an den Punkt dass ich einfach nichts mehr machen will und mich nur hinlegen möchte. Darüber ärgere ich mich dann auch nochmal, weil ich in dieser Zeit ja wieder nichts schaffe :D (Wenn ich so darüber schreibe kommt es mir so extrem lächerlich vor, wie konnte ich nur??? Zudem bin ich bei diesem Problem schon sehr gewachsen und kann es schon fast nicht mehr nachvollziehen wie krass ich mal war.)

3e) Wie behandelst du andere Personen und dich selbst?
Wie eben gerade heraus zu lesen war behandele ich mich selbst nicht so gut. Ich bin zu mir sehr streng und kaltherzig, gar nicht wirklich liebevoll und verständnisvoll. Das macht mich sehr traurig. Für andere Menschen habe ich dann wenig Zeit bzw. nehme mir dann wenig Zeit, weil ich ja „so viel“ machen muss oder wieder so fix und fertig von dem ganzen Ich-muss-schaffen-Gedanken bin, dass ich keine Lust auf andere Menschen habe, dass macht mich auch sehr traurig.

3f) Was kannst du nicht sehen?
Ich sehe komischerweise nie wirklich dass ich mir selbst nicht gerecht werden kann und ich immer unzufrieden mit mir selbst bin, egal wie oder was ich mache, es scheint schier unmöglich es richtig zu machen. Die äußerliche Unzufriedenheit spiegelt ja nur meine innerliche Unzufriedenheit wieder, also im Außen „Ich schaffe einfach nicht das, das, das usw.“ und im Inneren „Ich bin nicht so, oder so, oder so usw.“ wie ich es gern hätte. Ich ärgere mich über meine Gefühle, weil ich sie 1. nicht verstehe, 2. sie mich nerven (also die Negativen) und 3. ich sie nicht kontrolliere kann, naja und ab dem Punkt 3 fängt ja der Hamster an zu humpeln,…Gefühle kontrollieren?!? dass ist wie einem Katzenbaby verbieten süß auszusehen – unmöglich! Sie sind da und man kann sie höchstens verdrängen oder zurück drängen, aber dadurch verschwinden sie nicht!
Ok da bin ich bei dieser Work auf einen großen Kernpunkt von mir gestoßen, ich habe Probleme meine Gefühle anzunehmen, ich würd sie gern viel lieber kontrollieren, wobei ich heute Gottseidank es fühlen kann, dass ich sie nicht mehr kontrollieren möchte, sondern einfach nur ich sein möchte, mit all meinen Emotionen und Gefühlen die zu mir gehören, auch die, die ich erst einmal nicht verstehe, ja auch diese gehören zu mir und ich möchte sie annehmen.

4. Wer wärst du ohne den Gedanken?
Oh ohne den Gedanken würde ich mich so frei fühlen, ich würde mich entspannt und innerlich zufrieden fühlen, ankommen, meinen innerlichen Frieden finden. Ich könnte die Dinge einfach tun und immer wissen das es gut ist. Ich wüsste dass ich nie zu „wenig“ mache, sondern einfach nur mache/tue und es ist richtig. Ich hätte sogar dann die Energie das zu tun was mir Spaß macht und ich so gern machen möchte, zu dem ich momentan aber nicht komme, weil ich so oft erschlagen rumliege von dem Gedanken alles schaffen zu müssen.

5. Kehre den Gedanken um!
Ich sollte nichts schaffen.
Warum ist das genauso wahr oder wahrer als die Ursprungsaussage?
Ich sollte nichts schaffen ist wahr, weil ich es gern lernen möchte es auszuhaltenn mal nichts zu machen. Ich fühle mich ja sofort schlecht wenn ich mal nichts mache, ich habe das Gefühl ich würde meine Zeit mit nichts tun verschwenden, dass zeigt mir dass ich immer was leisten muss damit ich mich selbst mag, wenn ich nichts tue und „nur“ ich selbst bin reicht mir das nicht, ich bin mir selbst nicht genug. Mir fällt gerade dazu das Wort „Leistungsgesellschaft“ ein, das Wort kam einfach in mir so hoch, das Wort verbreitet in mir viel Leid und Kummer, es fühlt sich so an dass man nur was wert ist, wenn man etwas leistet. Der Wert wird dabei nicht auf die Persönlichkeit/auf den Menschen gelegt, sondern darauf wie erfolgreich er den Umsatz steigern kann und wieweit man ihn auslasten oder eher gesagt überlasten kann. Dieses Gefühl hatte ich in vielen Firmen und das hat mich echt krank gemacht. Aber da ich mich nun selbst erkannt habe und verstanden habe dass ich mich selbst auch so behandle, konnte ich daran arbeiten und konnte endlich das unbewusste Denken bewusst machen und mein Leben verändern. Heute habe ich einen Arbeitgeber der den Wert des Menschen in seiner Persönlichkeit sieht und nicht von seiner Herkunft, Leistung, Bildung oder seiner Erfahrung bezieht, ein Arbeitgeber der für gemeinnützige Zwecke entstanden ist.

Im nächsten Blogartikel erkläre ich dann mal etwas ausführlicher was „The Work“ ist und warum es so gut funktioniert ;-)

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Foto © Marvin Siefke / PIXELIO

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Denise
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