Die Angst vor Ablehnung und wie man sich davon befreien kann

Es ist zum verrückt werden! Ich kann mir tausend mal sagen, dass es mir ja egal sein sollte was andere von mir erwarten oder denken und trotzdem tappe ich immer wieder in diese eine Falle! Die Falle der Unsicherheit, Scham und Angst. Ist dass nun richtig was ich mache? Also für mich schon, aber was denkt denn XY dann über mich? So geht das ziemlich oft bei mir. Hat sich natürlich schon mega verbessert aber nun „kämpfe“ ich wohl mit den hartnäckigen Resten. Dabei will ich ja nicht mehr kämpfen, ich bin es so leid dagegen anzukämpfen. Im Grunde kämpfe ich ja gegen das doofe Gefühl an was in mir hochkommen möchte, wenn ich denke das eine Person irgendwas an mir nicht gut finden könnte, also weil ich dieses oder jenes mache oder sage.

Ich habe als im Grunde nicht Angst vor der Reaktion anderer Leute, sondern eher davor was für ein Gefühl da in mir hoch kommt. Kognitiv kann ich sehr einfach sagen, es ist mir egal, aber mein inneres Kind sagt da etwas anderes, es kriegt Angst davor was gleich mit ihm passieren könnte, es wird anfangen zu schwitzen, sich schwer fühlen, kalt und verkrampft – darauf hat es absolut gar keine Lust! Aber davor ewig und drei Tage wegrennen macht es leider auch nicht besser.

Das Hauptgefühl hier, was sich sehr bedrohlich und als kaum aushaltbar empfunden wird ist: die Scham. Da möchte man so sein wie man ist und so handeln und reden, hat aber Angst das andere einen deswegen ablehnen oder sogar deswegen runter machen, belächeln, naiv oder dumm hinstellen.

Zurzeit leide ich so krass darunter, dass ich mal wieder höchst motiviert bin dieses Thema nochmal anzugehen :-) Erst denke ich jedes Mal wenn Dinge immer schlimmer werden und ich mich immer hilfloser fühle, die Welt und jeder kann mich mal, ich bin einfach wütend auf alles und besonders auf mich selbst, aber heute weiß ich dass es ein gutes Zeichen ist. Denn diese Wut weckt in mir die Motivation das Problem mal genauer anzugehen, sich ausführlicher damit zu beschäftigen, mich mal wieder mehr zu spüren.

Was passiert denn genau in dem Moment wo ich denke, dass ich jetzt die Vorstellung einer anderen Person nicht erfülle?

1. Ich habe das Gefühl ich enttäusche oder verärgere die andere Person.
2. Ich werde wütend weil ich mich nicht schuldig fühlen möchte wegen der anderen Person und ich mich nicht für meine Entscheidung schämen möchte.
3. Ich verdränge das Gefühl von Schuld und Scham.
4. Mir geht es schlecht, ich will doch nur ich selbst sein, aber wenn ich dass tue, denke ich sind andere unzufrieden mit mir und ergo mögen mich dann weniger – sie lehnen mich ab.
5. Ich habe Angst andere zu verlieren, dabei verliere ich mich selbst dabei – dass macht mich dann schlussendlich traurig.

Einen sehr wichtigen Aspekt bei der ganzen Sache habe ich aber bereits gelernt: Ich habe nicht plötzlich jemand anderes weniger lieb, nur weil er sich anders verhält als ich es mir vorstelle und auch von anderen Menschen habe ich dies erfahren! Ich muss mich einfach mal nur zurück erinnern. Interessanterweise geht es vielen ähnlich, also trotz einiger positiver Erlebnisse, hat man immer noch Angst es könnte doch anders sein oder so wie früher wo es einmal so gewesen war.

„Ich bin es, die tagtäglich diesen Teufelskreislauf am Laufen hält, nicht die anderen!“

Also warum findet keine Veränderung statt? Ganz einfach, weil man sich selbst gegenüber noch so verhält, wie man es nicht möchte. Also in meinem Falle:
Ich habe ständig Angst meine eigenen Vorstellungen nicht zu erfüllen.
Das ist so wahr! Bei anderen konnte ich es schon erfahren, nur noch nicht mir selbst gegenüber. Ich bin mal wieder mein größter Feind. Ich habe Unmengen von Vorstellungen die ich einfach nie hinkriege zu erfüllen und deshalb mag ich mich selbst dann weniger. Ich bin es, die tagtäglich diesen Teufelskreislauf am Laufen hält, nicht die anderen!

Ich mag mich weniger, weil ich einfach nicht so wortgewandt bin (verbal gesehen).
Ich mag mich weniger, weil ich nicht so sportlich bin wie ich es gern hätte.
Ich mag mich weniger, weil meine Figur nicht so aussieht wie ich es gern hätte.

„Andere kann ich nicht ändern, mich selbst aber schon!“

Das Gute an der Sache ist, da ich selbst der schlimmste „Vorstellungen-Erzeuger“ bin, kann ich auch prima an mir selbst arbeiten :-)
Andere kann ich nicht ändern, mich selbst aber schon! Wenn ich mich nicht weiter mit Liebesentzug selbst bestrafe wenn ich etwas nicht so schaffe oder bin wie ich es mir vorstelle, sondern mich so annehme wie ich bin, dann habe ich den Schlüssel zu meinem Herzen gefunden. Denn wenn ich gelernt habe mich zu lieben, auch wenn ich meine eigenen Vorstellungen nicht entspreche, so habe ich die Kraft und Liebe es auszuhalten, wenn ich die Vorstellungen anderer nicht erfülle. Oder anders gesagt: Diese grausamen, plagenden Gedanken ob mich jetzt die andere Person jetzt weniger mag, tauchen erst gar nicht auf und ich kann einfach ich selbst sein. Ich kann sein.

„Zuviele versuchen gleich einfach gut zu sich zu sein und werden trotzdem nicht zufriedener, weil sie den Schmerz aus dem Weg gegangen sind…“

Doch so wichtig es ist sich anzunehmen, so wichtig ist es auch erst einmal die Emotionen wahrzunehmen die hochkommen wenn du die Angst hast abgelehnt zu werden. Erst wenn du diese ein wenig aushalten kannst, erhältst du die Energie dich selbst anzunehmen. Eine sehr schwierige Sache, da dieses Gefühl sich so schmerzhaft und grausam anfühlt, aber es ist wichtig es nicht weiter zu verdrängen, du brauchst einen Zugang zu deinen negativen Gefühlen, sonst kannst du die Gegenseite, also die positiven Gefühle nicht erreichen. Zuviele versuchen gleich einfach gut zu sich zu sein und werden trotzdem nicht zufriedener, weil sie den Schmerz aus dem Weg gegangen sind, aber der beinhaltet die Energie, die für die „Heilung“ notwendig ist. Der Schmerz möchte gefühlt und anerkannt werden und nicht weiter verdrängt.

Sobald man bei sich selbst das „Problem“ gelöst hat, sieht man es auch nicht mehr bei anderen. Die meisten Gedanken sind bei mir ja total haltlos, es gibt keine Beweise dass mich andere Personen deshalb weniger mögen, eher sogar das Gegenteil :D
Wenn man mit sich selbst im Reinen ist, sind diese Gedanken nicht mehr existent, sie haben keine Energie mehr aufzutauchen.

Stichwort Energie: Ich habe nun genug Energie mich damit intensiv zu beschäftigen, was meine eigenen Vorstellungen von mir selbst sind, die ich aber nicht erfüllen kann und mich deshalb schlecht mache. Ich werde nun versuchen anzunehmen dass ich nicht so bin und dass das vollkommen ok ist und mich das einzigartig macht. Nicht so einfach, aber ich tue es gern, denn ich weiß was mich dann erwartet: Freiheit

Geht es dir ähnlich? Hast du auch Angst vor Ablehnung und bist aber eigentlich auch selbst dein größter Ablehner? Wenn du magst teile deine Gedanken und Gefühle in den Kommentaren mit mir und anderen. Es tut gut Dinge auszusprechen, ihnen Raum zu geben und zudem merkt man, dass man nicht der/die Einzige ist dem es so geht und man sogar andere damit inspiriert, indem man sich öffnet. Einst haben z.B. die Gesellschaft, Schule, Familie oder bestimmte Leute uns abgelehnt wie wir waren und wir glaubten dies und fühlten uns deswegen wertlos, aber heute können wir das ändern, es ist oft sehr anstrengend aber wir müssen diesen Weg nicht alleine gehen.

Wer auch immer dies gerade liest, fühle dich herzlich umarmt :-)
Denise

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2 Comments

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  • Sehr guter Artikel.
    Aber was ist wenn das mensch selbst sein wirklich dazu führt, dass mensch abgelehnt wird. Das auszuhalten bspw. als Arbeitnehmer oder bei der Partner_innensuche ist echt ne hohe Kunst. Ich gehe immer noch in Rollen, brauche ja das Geld oder ich will das Setting/die Gruppe gerade nicht stören mit meinem Ich-Selbst-Sein…

    • Hi Christian,

      vielen Dank :-)
      Ja, ich weiß was du meinst. Ich denke auch noch oft so und habe aber gelernt, dass ich das nicht von heut auf morgen ändern kann bzw. muss, sondern in vielen kleinen Schritten. Durch die vielen kleinen Schritten fällt es mir selbst und anderen auch nicht so krass auf und man trifft eher Menschen oder bewegt sich in (Arbeits)bereiche hinein die einen so annehmen wie man ist, vor allem weil man sich selbst immer mehr annimmt wie man ist. Wie innen so außen bzw. deine Umwelt ist dein Spiegelbild.

      Liebe Grüße
      Denise

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