Die Angst vor der Unaushaltbarkeit

Die unbewusste Angst vor der Unaushaltbarkeit erklärt warum wir bestimmte Gefühle verdrängen und nicht fühlen wollen. Die Angst davor ein bestimmtes Gefühl nicht aushalten zu können und daran zu zerbersten bzw. daran zu sterben läuft bei den meisten unbewusst ab. Sich dies jedoch jetzt einmal bewusst zu machen hilft vieles zu verstehen und diesen Glaubenssatz Schritt für Schritt abzubauen, denn diese Gefühle wollen erlebt werden und ärgern uns so lange bis wir nachgeben und das Gefühl zulassen und uns dem Gefühl hingeben, erst danach kehrt Ruhe und Frieden ein.

Man gerät immer wieder in ähnliche Situationen und gleichen Leuten, bis man endlich den Schmerz emotional annimmt…“

Erlebt ein Kind eine Situation in der es von den Eltern oder anderen Erwachsenen abgewiesen, bestraft oder gedemütigt wird, ist der Schmerz extrem groß, weil das Kind einfach den Erwachsenen total unterlegen ist und sich nicht wehren kann. Zudem lernen Kinder die Welt erst kennen und bilden sich daraus auch noch ihr Weltbild. Wenn man jedoch als Kind bestimmte Erlebnisse verdrängen musste, besteht heute im Erwachsenenalter die Möglichkeit sich dem zu stellen und sich auch nun wehren zu können, man ist nun nicht mehr den Erwachsenen untergeben, man ist ja schließlich selbst einer. Und diese Möglichkeit wird sich in unserem Leben immer wieder eröffnen. Klassisches Beispiel dafür sind Beziehungsmuster: „Warum gerate ich immer an den gleichen Typ Mann/Frau?“. Man gerät immer wieder in ähnliche Situationen und an (vom Typ her) die gleichen Leuten, bis man endlich den Schmerz emotional annimmt und zwar so, dass man innerlich nicht mehr das (unbewusste) Bedürfnis hat diesen Schmerz zu fühlen. Wie innen so außen – fällt der innerliche (unbewusste) Wunsch weg es zu erleben – wird die Außenwelt darauf reagieren und du geräts nicht mehr in die Situation und wenn doch, kannst du sie souverän meistern, du bist dann stark genug. Mit dieser Stärke hast du dann wiederum die Power andere Menschen aufzurütteln und ihnen etwas aufzuzeigen.

Gefühle sind Energien und wenn sie nicht gelebt werden und sie dadurch nicht fließen können, staut sich die Energie in dir, „es fängt an zu brodeln“.

Ich für mich muss lernen Emotionen allgemein anzunehmen und zu leben. Ich habe nachträglich die Erinnerung dass bei mir in der Familie Emotionen nicht so gezeigt wurden und dass vor allem die negativen Emotionen schlecht und blöd sind. Abgesehen von der Familie habe ich aber auch das Gefühl dass die deutsche Gesellschaft im Allgemeinen so tickt. In einigen Religionen konnte ich auch große Ablehnung gegenüber negativen Gefühlen sowie besonders gewissen Bedürfnissen erkennen. Für mich scheinen es tief verankerte Glaubenssätze zu sein, die wir jedoch, Gott sei Dank, heute ändern können. Natürlich sollte nicht jeder wild seine Wut oder Neurosen an anderen ausleben, ich meine eher die kleinen banalen Dinge, wo man sich schon n Kopf macht, also etwas zu sagen oder den Mund aufzumachen und mal gegen zu halten, sind ja meist ganz normale und menschliche Sachen, nur man traut sich nicht dies auszusprechen.

Das große Problem beim Verdrängen ist, dass um so länger etwas verdrängt wird, um so größer kommt einem der Schmerz vor.

Einziges Heilmittel dafür ist es sich den schmerzlichen Gefühlen schrittweise zu nähern und diese anzunehmen egal wie heftig und andauernd sie sein mögen. Dies kann man entweder mit sich selbst ausmachen, z.B. wenn man allein ist sich bestimmte Szenarien vorstellen und rein fühlen oder passend zum Thema emotionale Filme schauen und dann den Gefühlen freien Lauf lassen. Noch besser ist es dies mit einer anderen Person oder in einer Gruppe der man vertraut zu teilen. Dabei ist es wichtig einen halbwegs entspannten Körper zu haben. Über unsere Muskeln können wir unsere Emotionen beeinflussen. Sind wir verkrampft, halten wir Emotionen zurück, sind wir entspannt können wir Emotionen fließen lassen. Daher wer recht verkrampft ist: Vorher einfach Sport und Entspannungsübungen machen (Entspannungsübungen nur nach dem Sport machen, nicht davor ;-) . Ich merke oft schon beim Sport wie sich was bei mir löst und ich die Emotionen einfacher und besser fließen lassen kann. Bei mir sitzen die zurück gehaltenen Emotionen besonders im Hals und Bauch.

Die Angst vor der Unaushaltbarkeit begleitet mich schon sehr lange aber erst gestern bin ich dieser speziellen Angst emotional näher gekommen (sonst nur kognitiv), weil ich auf ein Video von Christian Meyer gestoßen bin was genau dieses Thema behandelt. Ich dachte nur wow, genau mein Thema und ich fand es sehr inspirierend. Hier der Link zum Video:
Youtube: Christian Meyer – Die Angst vor der Unaushaltbarkeit

Hast du dich auch schon mal mit der Angst vor der Unaushaltbarkeit beschäftigt? Wenn ja, wie bist du da ran gegangen, was sind deine Erlebnisse? Wenn du es gern mitteilen möchtest, dann nutze die Kommentarfunktion, würde mich sehr freuen.

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Foto © Lupo/ PIXELIO

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Denise
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