Er klebt an mir wie eine Klette und zieht mir meine Energie (mit Byron Katie’s „The Work“)

Oh wie ich dieses Gefühl hasse, es macht mich krank. Er ist nur auf mich fixiert und ich habe das Gefühl wenn ich mich nicht um ihn „kümmere“ oder etwas nicht nach seinen Vorstellungen mache, dann geht es ihm schlecht und/oder er ist sauer – Schuldgefühle! Unbewusst bleibe ich, wenn ich dem Muster folge, in einem Sumpf und werde nicht meine wahre Persönlichkeit entfalten können. Ich habe mich schon sehr oft darüber aufgeregt und damit gehadert aber heute bin ich dem Thema endlich emotional näher gekommen. Ich hatte nämlich so sehr die Faxen dicke gehabt, dass ich heute etwas getan habe, was ich sonst im Sumpf nie gemacht hätte – ich hab angefangen Longboard zu fahren bzw. fahren zu lernen. Ich hab schon seit Monaten einfach Lust mal über die Gehwege zu cruisen :-) Sehr, sehr wahrscheinlich würde er (er weiß es noch nicht) es nicht gut finden, würde mich irgendwie abwerten dass ich das tue, weil es nicht zu seinen Vorstellung von „sinnvollen“ Freizeitbeschäftigungen gehört. Aber hey, dass ist mein Leben und ich möchte nun mal Longboard fahren, wenn es dir nicht passt, nicht mein Problem. Nur leider war das „nicht mein Problem“ nicht so einfach umzusetzen, zu sehr war ich in dem Muster verhangen. Also was war mein Problem so lange Zeit? Ich habe das Fragetool von Katie nicht angewandt! Ich spürte es vorher schon aber durch das Tool wurde es ganz klar, sein Verhalten was mich so aufregt, dass habe ich in der Vergangenheit selbst praktiziert! Ahhh, ich kann mich so langsam rein fühlen, dass ich genau das Gleiche getan habe und zwar auch bei ihm und er zeigt mir dieses Verhalten nun immer mehr auf. Ok, dann fang ich mal mit dem Tool an:

Problem: Ich habe das Gefühl dass er an mir hängt/abhängig ist und ich mich um ihn kümmern muss und ich alles so tun muss wie er es für richtig hält. Ich habe es quasi in der Hand wie er sich fühlt und das belastet mich und bringt mir unendlich viele Schuldgefühle sobald ich seine Vorstellungen nicht erfüllen kann oder möchte.

1. Ist das wahr, dass er von dir abhängig ist?

Nein, er ist ein erwachsener und gesunder Mensch, der für sich selber sorgen kann, physisch wie psychisch.

2. Kannst du absolut sicher sein dass es wahr ist?
Diese Frage kann ich in diesem Fall überspringen, weil ich in der ersten Frage bereits ein klares „nein“ geben konnte.

3. Wie reagiere ich darauf wenn ich den Gedanken glaube?

Es macht mich fertig, weil sein Glück von mir abhängt. Ich allein bin dafür verantwortlich wie er sich fühlt. Wenn ich Dinge tue, die er nicht so „toll“ findet (was oft vorkommt) erzeugt das in mir so unendlich viele Schuldgefühle und das macht mich mega mäßig wütend.

4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?
Ich würde mich friedlich und frei fühlen. Ich könnte ihn wie einen ganz normalen Menschen behandeln und ich würde nicht ständig Angst haben was „Falsches“ zu tun/sagen und ihn somit zu verärgern. Ich würde es nicht mehr fühlen, dass er an mir „dran hängt“.

5. Drehe die Anfangsaussage um!
Ich bin abhängig von anderen. Das stimmt und sogar einige Male habe ich mich an Menschen dran gehangen und mich gewundert warum sie nicht mit mir ihre Zeit verbringen möchten. Mich hat dass total traurig gemacht und ich habe es nicht verstanden. Heute verstehe ich es, wie es sich anfühlt als „Angehängter“, es ist ätzend und man meidet die „Klette“, die nicht selber mit ihrem emotionalen Frieden klar kommt und dafür andere braucht und abhängig ist. Ich erkenne hier dass ich beide Rollen kennengelernt habe „Opfer und Täter“ und dies ermöglicht mir ein tiefes Verständnis für mich und für die andere Person. Vor allem dass ich jetzt richtig erkannt habe, dass ich genau das Gleiche gemacht habe, worüber ich mich so sehr aufgeregt habe, gibt mir ein entspanntes Gefühl und ich habe nicht mehr die Wut auf auf die andere Person. Ich habe meine Aufmerksamkeit auf mich gelenkt und dies ist der Schlüssel zu meinem Glück. Dafür muss ich nach wie vor bewusst darüber nachdenken und mich darauf konzentrieren.

Nachtrag (ca. 2 Monate später)
Im Nachhinein kann ich sagen, dass er sehr erstaunt war als er das (doch recht große) Longboard entdeckt hatte. Er fragte mich darüber interessiert aus und war dabei neutral gestimmt. Das Gespräch war angenehm und ich fühlte mich ernst genommen. Er sagte zwar dass es für ihn nichts wäre aber warum nicht für mich, wenn es mir denn Spaß macht. Meine negativ gefüllten Gedanken vom Anfang wurden also nicht bestätigt :-)
Was ich aber wiederum sagen muss ist, dass ich heute wieder an den Punkt gekommen bin wo ich gefühlt habe, dass er von mir abhängig ist und mich das immer noch extrem wütend macht und ich mich schlecht fühle. Heute habe ich dann versucht dieses Gefühl zu integrieren und habe ihn auch nochmal direkt auf das Thema angesprochen und genau erklärt wie ich mich fühle. Wir hatten ein sehr langes und tolles Gespräch. Dieses Abhängigkeits-Schuld-Gekrösel ist n ziemlich harter Brocken bei mir und ich habe auch heute gemerkt, dass ich viel öfter diesem Gefühl ausgesetzt bin als ich dachte. Ich bin jetzt noch bewusster an dem Gefühl dran und kann es auch bei ganz alltäglichen und banalen Situation spüren und zulassen bzw. in diesem Falle auch stark sein. Das heißt sich nicht mehr die Schuld von dem anderen aufzuladen (die so ganz fein und unterbewusst immer wieder gestreut wird), sondern jetzt sage ich mir innerlich: NEIN wegen dieser Aussage muss ich mich NICHT schlecht, falsch oder schuldig fühlen und ganz wichtig- sich auch im Außen wehren und der anderen Personen zeigen, dass sie bei einem an der falschen Adresse ist, wenn es um Schuld abladen geht, dass tun sie nämlich nur, weil sie das bewusst oder unbewusst merken dass, das bei einem möglich ist. Er kann nun Dinge sagen und erzählen und ich kann es von meiner Persönlichkeit trennen (ich habe echt zuuu viel persönlich genommen). Ich fühle mich nicht mehr bei jeden Krims Krams irgendwie angegriffen. In dem Schritt wo ich das Schuldgefühl komplett wahrgenommen und gefühlt habe und dass es ok ist, dass ich es so fühle, erst dann habe ich die Energie erhalten um mich dagegen zu wehren und um endlich diesen Teufelskreislauf zu unterbrechen. Nun ist das Integrieren zu einer täglichen Übung geworden und jetzt werde ich wirklich jeden Tag stärker, yeahhhh :-)

PS. Auch wenn ich es jetzt hier nicht so genau beschrieben habe, ich habe alle 5 Schritte bei der ganzen Sache angewendet und besonders 3, 4 und 5. Auch wenn es hier um Schuldgefühle ging, war damals eher dieses „Klettengefühl“ im Vordergrund, den Artikel wo es nur um das Schuldgefühl bei mir geht, findest du HIER – Sinnlose Angst und die Bestrafung dafür

INFO für die 5 Schritte:
Dieser Artikel handelte vom Schritt 3 “Wahrheit & Lüge”. Alle Schritte findest du im Menüpunkt 5 Schritte.

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