Hab ich vergessen wer ich bin!?

Nach dem ich mich seit Wochen mit einer Schreibblockade rumschlage und ich mich Tag für Tag darum quäle einen Blogartikel zu schreiben, also für diesen Blog, in dem ich mein Innerstes zeige, habe ich heute statt langem Nachdenken und Analysieren einfach mal gefühlt oder eher gesagt beobachtet was denn so in mir hoch kommt und mir kam ernsthaft die Frage in den Sinn „Habe ich vergessen wer ich bin?“. Aber die Frage kam nicht einfach so kognitiv wie sonst, sondern aus einem tiefen Gefühl, aus einem leicht traurigen Gefühl. Falls du die letzten 3 Artikeln von mir gelesen hast, weißt du dass ich mich tagtäglich mit Schuldgefühlen rum plage bzw. erst jetzt habe ich das Gefühl für diese so lange Zeit unbewussten Strukturen entdeckt. Vorher war es mir nicht möglich „das“ genau zu benennen was mich so runter zieht.

Und genau jetzt, in diesem Moment, fängt mein Gedankenkarussel wieder an sich zu drehen, mir fallen noch weitere Aspekte ein warum ich nicht zum Schreiben kam und ich fühle mich sofort erschlagen. Nicht nur dass ich glaube nicht mehr ganz zu wissen bzw. spüren zu können wer ich bin , auch weiß ich nicht so recht wo ich anfangen soll, es ist sooooo viel. Ein Gefühl als ob ich das alles nicht schaffe. Dabei kann ich mir noch so oft sagen, der Weg ist das Ziel, so lange ich dies nicht spüren kann, verpufft der Satz so schnell wie ich in gedacht oder ausgesprochen habe. Und ich merke jetzt auch wieder wieee wichtig es ist Dinge auszusprechen oder wie hier auszuschreiben, zu formulieren, mitzuteilen. Dadurch entwirrt sich das Gedankenfuselzeug in meinen Kopf ungemein und ich kann mich wieder fokussieren.

Genau, komme ich mal zum Thema und auch zum Titel dieses Artikel zurück. Hab ich vergessen wer ich bin? Vergessen nicht wirklich aber… ich weiß es nicht mehr so recht wie es ist, ich selbst zu sein ohne Angst davor zu haben was jemand anderes übe mich denkt oder sagt. Und diese Angst lähmt mich halt so sehr. In meinem Fall habe ich nicht nur Angst davor ich zu sein, ich fühle mich auch schuldig wenn ich mich nicht so verhalte, wie es sich jemand anderes vorstellt. Ein Kreislauf aus Angst und Schuld. Ich versuche schon seit Tagen und Wochen dieses Schuldgefühl zu integrieren aber so wirklich geklappt hat es bisher nicht. Es ist ein so starkes und durchdringendes Gefühl, so dass ich das nicht mal eben mit etwas Spucke und Reinfühlen lösen kann.

Heute ist mir so richtig nochmal klar geworden dass Freiheit nicht möglich ist, wenn man nicht auch Verantwortung übernimmt und Verantwortung übernehmen heißt auch sich „schuldig“ zu machen und dafür voll einzustehen. Da ich diese Schuldgefühle als unaushaltbar und sehr zerstörend wahrnehme, habe ich mich mein Leben lang davor gedrückt und heute ist mir ganz klar geworden, dass ich ruhig schuldig sein darf und dass es nicht schlimm ist. Natürlich meine ich mit schuldig sein ist nicht so schlimm wenn man anderen Menschen bewusst und bösartig etwas antut und dann schuldig ist, sondern in eher „banalen“ und sozialen Situationen. Wobei ich dieses Wort „Schuld“ momentan als sehr unpassend empfinde, weil es ausdrückt man sei schlecht. Ich kann mich grad mehr mit dem Wort „Verantwortung“ anfreuden. Ich stehe dazu ein, was ich getan habe, egal ob es bewusst oder unbewusst geschehen ist. Und heute ist mir so richtig (ala Byron Katie) klar geworden, dass ich schuld daran bin dass andere mir die Schuld für etwas geben (Techniken „funktionieren“ meist nicht beim aller ersten Mal, erst nach einiger Zeit fällt so richtig der Groschen :-). So lange ich auch irgendwie unbewusst ausstrahle, dass ich der Sündenbock der Nation bin und andere kommen mit dieser Ausstrahlung in Resonanz, also mit ihren eigenen bewussten oder unbewussten Gefühlen, dann… ja, dann können sie natürlich ihre Schuldgefühle auf mich abwälzen. Jedoch habe ich es aber auch in der Hand, diesen Geschehen Einhalt zu gebieten, nicht in dem ich es ignoriere oder zurück schmeiße, sondern in dem ich einfach nicht der Sündenbock mehr bin, denn dann fühlt sich auch mein Gegenüber nicht mehr dazu hingezogen, mir was aufzuladen und wenn es doch einer noch versuchen sollte, hab ich dann die Power dass zu stoppen, bestenfalls sogar der anderen Person bei ihren Problem helfen zu können. Die meisten (wie auch ich) tun halt ihr ganzes Leben diese Dinge eher zurück schmeißen oder sogar anderen hinschmeißen, statt einfach keine Zielscheibe mehr zu sein aaaber der Weg hin, keine Zielscheibe bzw. Sündenbock zu sein ist nicht so leicht.

Sehr viel Inspiration zu diesem Thema habe ich die letzten 2 Tage aus dem Buch von Eckart Tolle „Jetzt“ gewonnen. Ich habe mal wie im Buch vorgeschlagen, mich einfach beobachtet im Hier und Jetzt, weniger nachgedacht, mehr einfach mal passieren lassen, statt ständig zu analysieren, und es hat sehr gut getan! Ich habe verstanden dass ich zu sehr in der Vergangenheit und in der Zukunft gelebt habe und das wenn ich im Hier und Jetzt bin, mich so wirklich spüren kann. Deshalb kam mir nämlich diese Frage in den Kopf „Hab ich vergessen wer ich bin?“, denn nur weil ich mich nun mehr gespürt habe, war mir klar, dass ich vorher eher sehr wenig ich selbst war. Das war so als würde man eine lange Lüge aufdecken, die man leider zu lange geglaubt hat, die Wahrheit aber jedoch nie ganz vergessen hat. Die Energien die zum Vorschein kommen, wenn man sich selbst richtig fühlt sind so voller Mut, Freude und Tatendrang, wow! Dabei muss ich aber sagen, dass mir diese Beobachterperspektive nicht immer gelingt, mal bin ich noch zu sehr von etwas anderem angespannt und bekomme diese spezielle Aufmerksamkeit nicht und dann gibt es wieder die Zeit, da ist es nichts Einfacheres mich zu beobachten. Wie bei allem (und wenn du dich vielleicht auch im Hier und Jetzt leben übst), dran bleiben und immer wieder ausprobieren, nur Übung macht den Meister :-)

In diesem Sinne, werde ich jetzt mit viel Freude im Hier und Jetzt mein Ich wieder erkunden :-)

Für alle die interessiert sind auch das Buch von Eckart Tolle zu lesen, den möchte ich schon mal sagen, dass mir sein Schreibstil oft nicht so gefallenn hat, aber mir muss ja auch nicht alles gefallen, mir geht es viel mehr darum die Botschaft die er vermitteln möchte zu verstehen. Zudem muss man auch dabei aufpassen nicht einen Teil von sich wieder abzulehnen, was hier passieren könnte. Das Problem hat Tim von unendlichsein.de super in einem Video auf Youtube erklärt, hier der Link: Das Problem mit Eckhart Tolle’s Lehren

Für weitere Infos und Kritiken hab ich das Buch verlinkt. Bei Klick auf dem Buchtitel gelangt man zu fairmondo, bei Klick auf das Bild gelangt man zu amazon.de (Der Link zu amazon.de ist ein sogenannter Affiliate-Link. Kommt über diesen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer kleinen Provision beteiligt. Für dich entstehen dabei selbstverständlich keine Mehrkosten und du kannst natürlich auch ganz woanders das Buch kaufen). Ansonsten auch gern (wenn es gibt) an den Buchladen in deiner Nähe denken :-)

Eckhart Tolle – Jetzt

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Denise
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  • Hi Denise,
    eigentlich will ich nur kurz was fragen und das irgendwie ohne wirklich was wissen zu wollen; vielleicht einfach der Umstände halber oder uns selbst von der großen Lüge des Lebens zu überzeugen. Ich komme sehr selten raus; nicht körperlich vor die Tür sondern eher auf ursprüngliche art und weise als teil meiner Selbst. Für gewöhlich überlasse ich den großteil meiner zeit einem anderen teil von mir die zügel oder vielleicht ist umgekkehrt und der „andere“ überläßt mir die Zügel wenn er selbst überfordert ist mit dem was ihm das Leben vorwirft; jedenfalls ist jetzt grade einer der wenigen, bereits schwindenden Momente im dem alle anderen meiner „Flavors“ sich verabschiedet haben da sie ihren wohlverdienten Urlaub von meinem „Reallife“ nehmen. An Tagen wie heute, wenn zum all dem anderen abfall des täglichen lebens etwas dazu kommt wie das baldige Verscheiden eines geliebten Menschens und einige Gläser und damit sind Flaschen gemeint, billiggen Whiskeys darf oder eher muss ich raus und irgendwie dafür sorgen das all die anderen ichs die ich für jeden einzelnen Menschen dem ich begegne zusammmenstellle nicht die flucht ergreifen.
    In ebendiesen seltenen Momenten suche ich nach Hilfe oder zumindest so etwas wie Verständniss und hoffe einen einzigen existierenden Menschen zu treffen der mich halbwegs versteht oder meinen Auschweifungen zumindest ehrlich versucht zu folgen und (am wichtigsten) nicht ich bin.
    Ich würde folgende Frage gerne ohne Zynismus, Sarkkasmus oder ähnlichem im Unterton stellen aber die Erfahrung aus fast 40 Jahren seit meiner Geburt sagt mir das dies unmöglich ist; Bist Du echt? Nicht als Person im Sinne von Personalausweisdaten sondern als die Summe deiner Artikulation auf dieser Seite. Einerseits habe ich genau das Gefühl wenn ich deine Texte überfliegt andererseit und leider überwiegt der Teil scheintst du eher die Summe deiner Sponsoren und Affiliate-Link-Provider zu sein die meinen durch das suggerieren von Hilfe zur Selbsthilfe Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
    Alle meine Sinne und die sind leider überwiegend das Geschrei der Teile meiner Persönlichkeit die grade aus dem Schock und Alkohol-indiziertem Schlaf erwachen schreien „Idiot! lass dir nichts verkaufen“ und trotzdem wünsche ich mir du bist echt, dir geht es ähnlich wie mir und du kannst mir helfen mich selbst zu reflektieren auch wenn deine Geschichte zu deinem eigenen Pech; erst noch geschrieben wird.
    Ich will dich nicht beleidigen auch wenn es so erscheinen mag sondern frage dich ernsthaft siehtst du für dich irgendeine Chance „normal“ zu sein und dich so zu fühlen während jeder denkt du seist es? Ich merke wie sich mein Ausflug dem Ende zuneigt und meine „Systeme“ wieder hochfahren damit jeder den bär bekommt den er erwartet und befürchte das ich jedesmal weniger weiß´wer von uns der echte ist, wem von uns ich trauen kann. kann ich dir trauen und traust du dich mir zu helfen wieder die kontrolle zu übernehmen oder sie ganz abzugeben falls ich von uns doch der falsche für den job bin?

    • Hallo Derbär (oder Der Bär?),

      haha, ja die Sache mit dem eigentlich ^_^ Ich versuche kurz zu antworten:
      Ob ich dich verstehe weiß ich nicht, ich denke ich verstehe was du schreibst und ich habe aufrichtig versucht dich zu verstehen.
      Ich antworte mit einer Gegenfrage (beste Antwort nicht wahr? :D) Wieso sollte ich nicht echt sein?
      Alles was ich hier geschrieben habe ist zu 100% ich, ich als ich oder ich als anders ich, wie auch immer, letztlich bin ich es immer, ob ich jetzt beeinflusst, manipuliert oder sonst was bin, das alles bin trotzdem ich.
      Sponsoren und Affiliate Links? Ich hab keinen Sponsor, hätte ich einen würde ich wahrscheinlich viel häufiger schreiben und die Affiliate Links refinanzieren nur einen kleinen Teil meiner Kosten für das Webhosting für diesen Blog (d.h. ich zahle dafür, dass andere Menschen meinen Content sehen), ich bin ein Mini-Blogger, ich mach das Ganze damit ich meine Gedanken aus meinen Kopf kriege und der ein oder andere was nützliches für sich raus zieht (so wie es mir bei anderen Blogs auch geht). Meinen Lebensunterhalt bestreite ich also nicht davon (und Coachings mache ich derzeit nicht mehr).
      Wenn du mir einen Kommentar schreibst, dann gehe ich davon aus, dass du dich bereits reflektiert hast. Wieso ist es mein Pech, wenn meine Geschichte erst noch geschrieben wird? Die Aussage verstehe ich nicht bzw. sehe darin kein Pech.
      Ich bin „normal“ (man könnte darüber diskutieren was „normal“ heißt), ich bin genauso wie jeder andere Mensch.Jeder sieht mich wie ich bin. Meine Realität bin ich.
      Was für n Job? Was erwartest du von mir? Versuche nicht etwas in mir zu finden, was du in dir trägst.

      Herzliche Grüße
      Denise

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