Mit dem inneren Kritiker Frieden schließen

Kennst du auch diese innere Stimme die alles bezweifelt, schlecht macht und der man überhaupt nichts recht machen kann? Ja? Ich nenne diese Stimme den inneren Kritiker, obwohl sie eigentlich eher „Ober-Mecker-Kopf“ oder so heißen müsste, aber ich will da mal sachlich bleiben ;-)

Seitdem ich diese Stimme immer mehr bewusster wahrnehmen kann, verstehe ich warum ich mich so oft elendig fühle. Was mir diese Stimme ständig vorwirft und einredet, dass ist echt unglaublich. Kein Wunder also warum ich mich so lange Zeit mehr als beschissen gefühlt habe, wenn diese Stimme ständig einem sagt wie oll und dumm man ist, da kann man sich ja auch nicht gut fühlen.

„Ein Gefühl, dass ich einfach nicht gut genug bin, dumm, peinlich oder nicht liebenswert.“

Das wirklich krasse an der Sache ist für mich in der Tat, dass dieses Eingerede jahrelang komplett unbewusst stattfand. Es war also nicht so, dass ich diese Stimme gehört habe ala: „Das hätte ich aber besser machen können! Wieso konnte ich mich nicht aufraffen? Wieso schaffe ich es nicht glücklich zu sein, etc.“. Es war eher einfach gleich das Gefühl da, ein Gefühl, dass ich einfach nicht gut genug bin, dumm, peinlich oder nicht liebenswert. Erst heute wo ich an meinen Glaubenssätze arbeite, kommen diese Sätze zum Vorschein und ich kann sie zum Glück heute mit dem Fragetool „The Work“ bearbeiten.

Aber das Bearbeiten ist nur die eine Sache, viel wichtiger (und das passiert auch Schritt für Schritt beim Bearbeiten) ist die Annahme des inneren Kritiker. Das zu Begreifen, dafür habe ich echt lange gebraucht, denn, ich fand den inneren Kritiker mega doof :D Ich wollte ihn nicht, ich habe ihn gehasst! Warum tut er mir das an? Ich leide so sehr unter ihn, warum kann er nicht aufhören?
Bis ich merkte, dass ich das Gleiche mit dem inneren Kritiker tue, was er mir antut – ihn runter machen und ablehnen! Da aber der innere Kritiker ein Teil von mir ist und ich ihn nie los werde, habe ich mich entschieden ihn etwas freundlicher zu begegnen. Ich wusste, dass ist der einzige Punkt wo ich ganz bewusst ansetzen kann, wo ich entscheiden kann wie ich mich verhalte.
Mir wurde bewusst, dass ich damit den Teufelskreislauf endlich aufbrechen kann, der ja tagtäglich daraus bestand:

Ich tue etwas – mein innerer Kritiker sagt ich hätte das besser, schneller, souveräner usw. machen können – darauf werde ich traurig und es geht mir schlecht, weil ich es nicht gut genug machen konnte – ich ärgere mich über mich selbst, dass ich mir (der innere Kritiker) selbst nicht gut genug sein kann, sprich ich mache mich schlecht weil ich mich schlecht mache (Also: Wie kann ich nur so doof sein mich selbst runter zu machen???).

„Meine verletzte Seele zeigt sich in Form dieses inneren Kritikers…“

Wenn mich nun mein innerer Kritiker wieder runter macht, dann verletzt mich das ersteinmal schon noch, aber ich steigere mich dann nicht mehr so rein und werde nicht auf den inneren Kritiker wütend, dass er mich wieder so schlecht macht. Die Kraft dafür habe ich durch eine Work erlangt, als die Frage kam „Was kannst du beim inneren Kritiker nicht sehen?“.
Meine Antwort: Ich kann nicht sehen, dass mein innerer Kritiker mich eigentlich vor noch mehr Schmerz schützen möchte. Wenn ich von jemand abgelehnt werde für etwas, wo ich mich selbst ablehne, dann ist das grad noch so ok und aushaltbar und ich kann sagen „Ja, ich wusste es, da war ich einfach nicht gut genug“, aber wenn ich mein wahres Ich zeige mit all seinen Mut und Kreativität und Zufriedenheit und ich werde dann dafür abgelehnt, dann trifft es mein Innerstes tief und das habe ich heute erlebt. Es hat mich sehr erschüttert, aber ich habe auch gemerkt dass ich auch das überlebe :D Es war ein sehr harter Schlag für mich, aber ich habe dann plötzlich verstanden warum mein innerer Kritiker mich immer so klein hält, denn wenn jemand anderes kommt und mich klein macht, ablehnt oder irgendetwas an mir nicht gut findet, dann tut es einfach nicht mehr so weh. ABER ich denke, dass es mir auch so, mit einem gesunden inneren Kritiker, das Ganze nicht so doll weh tun muss, ich hab es wahrscheinlich nur noch nie ausprobiert.

Um nun dahin zu kommen, möchte ich meinen inneren Kritiker annehmen und lieben, auch wenn ich gerade denke wie unnötig mal wieder seine Worte sind und er mich ärgert, aber im Grunde weiß ich nun, dass er mich nur schützen möchte.

Und ich denke dies ist die bedingungslose Liebe, man liebt obwohl gerade scheinbar nichts Schönes vorhanden ist, aber das Schöne ist immer da, auch wenn es verletzt und ängstlich ist und man wird dies immer sehen können, wenn man es einmal emotional verstanden hat. Ab dann ist man in der Lage immer lieben zu können.

„Er lässt mich verbessern und wachsen, ein komplettes Fehlen des inneren Kritikers fände ich ziemlich fatal…“

Mir fällt gerade auf, dass ich den inneren Kritiker, die ganze Zeit schon, als einen übertrieben inneren Kritiker hätte bezeichnen sollen, da der normale innere Kritiker den man so hat, ja eben nicht so extrem abgeht. Mir ist das damals bei der Work auch klar geworden. Erst habe ich ihn mir ganz weit weg gewünscht, aber habe dann realisiert, dass ein „normaler“ innerer Kritiker gar nicht so verkehrt ist und sehr hilfreich ist. Er lässt mich verbessern und wachsen, ein komplettes Fehlen des inneren Kritikers fände ich ziemlich fatal, vor allem wenn er so einen leichten Humor besitzt :D
Indem ich den übertriebenen Kritiker so annehme wie er ist, hat er erst die Möglichkeit sich in einen normalen Kritiker zu verwandeln, nur so bekommt er die Energie sich zu wandeln.

Mein innerer Kritiker fand es ok, dass ich folgende Zeilen an ihn, hier, mit allen teile:

Lieber innerer Kritiker,
dieser Artikel ist nur für dich.
Ich liebe dich, denn du gehörst zu mir und du willst mir mit dem momentanen Verhalten etwas zeigen. Ich habe es jetzt endlich verstanden und kann dir deshalb auch nicht mehr so böse sein (also ab und zu bin ich es noch, aber es wird besser). Ich freue mich darauf dich besser kennen zu lernen und zu verstehen warum du mich manchmal so extrem hart kritisierst und besonders freue ich mich darauf, wenn wir uns richtig gut verstehen und wir uns gegenseitig zum Lachen bringen werden.
Dein Ich

Wie geht es dir mit deinen inneren Kritiker so? Hält er dich auch ordentlich auf Trab? Wenn du magst kannst du dazu gern etwas in die Kommentare schreiben und deine Gedanken und Gefühle mit mir und anderen teilen. Es tut gut Dinge auszusprechen, ihnen Raum zu geben und zudem merkt man, dass man nicht der/die Einzige ist dem es so geht und man sogar andere damit inspiriert, indem man sich öffnet.

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Denise
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