Schmerzen durch Triggerpunkte

Triggerpunkte sind die Ursache von so vielen Beschwerden und Schmerzen auf der Körperebene und doch kennen viele Triggerpunkte nicht und erst recht nicht warum sie entstehen. Ich habe mich damals lange mit Triggerpunkten beschäftigt, weil ich an krassen Muskelschmerzen litt und zwar besonders im rechten Arm, sowie im Nacken- und Kieferbereich. Durch die Entdeckung der Triggerpunkte und warum sie entstehen lernte ich mich und meinen Körper besser kennen und auch endlich verstehen! Verstehen warum man Schmerzen hat ist sehr erleichternd und man kann ab dann auch wirklich gezielt an sich arbeiten, anstatt sich von Arzt zu Arzt und von Physiotherapie zu Physiotherapie zu schleppen.

Was bedeutet Trigger eigentlich wortwörtlich? Das Wort „Trigger“ ist Englisch und bedeutet zu Deutsch „Auslöser“ – er ist der Auslöser für Schmerzen. Und was ist ein Triggerpunkt? Ein Triggerpunkt ist eine Verhärtung im Faszien-Muskelgewebe, welche schmerzhaft sein kann, die Betonung liegt auf „kann“ (dazu später mehr). Die Verhärtung entsteht dadurch dass sich der Muskel verkrampft und der Muskel sich dadurch wiederum verkürzt. Die verkrampfte Stelle, die nun ab dann (unbewusst) verkrampft bleibt, wird nach und nach als kleine Beule fühlbar – dies ist dann der sogenannte Triggerpunkt.
Nun kann der verkürzte Muskel andere Muskeln und ganze Muskelpartien in Mitleidenschaft ziehen – Fehlhaltungen entstehen. Ist man dann auch noch aus beruflichen Gründen gezwungen eine bestimmte Haltung oder Bewegung viele 100 oder 1000 Male am Tag zu verrichten, kommt zu der Fehlhaltung die Überlastung hinzu – diese Kombi endet meist immer sehr schmerzhaft.

Aber warum verhärtet sich denn überhaupt ein Muskel?
Kommt man in Situationen in denen man denkt dass man Emotionen unterdrücken müsse, dann muss diese Emotionsenergie ja trotzdem irgendwo hin und wenn sie nicht rauskommen kann, dann muss sie im Körper bleiben, so lange bist sie gelebt wird – statt einer „Explosion“ findet eine „Implosion“ statt – der Muskel verhärtet sich

Hierfür ein Beispiel mit der Emotion Wut:
Wut äußert sich im Körper mit Anspannung und hohem Puls. Die Wut kann ausgelebt werden in dem man verbal die Wut äußert und im gesteigerten Maße der Wut körperlich Ausdruck verleiht (auf den Tisch hauen, eine andere Person schubsen, schlagen usw.).
Wird nun diese Emotion aus bestimmten Gründen unterdrückt, heißt es nicht das die Emotion weg ist. Da die Emotionsenergie nicht fließen und nach außen gehen konnte, bleibt sie im Körper stecken und verharrt mit Vorliebe in den Muskeln. Die Anspannung aus der Wut kann nicht entladen werden und bestimmte Muskel bleiben angespannt. Läuft nun dieses Vermeidungs/Verdrängungsmuster Tag für Tag und Woche für Woche ab, wird es immer schlimmer und der Muskel wird immer verspannter.

Die sinnvollste Gegenmaßnahme ist logischerweise die Emotion auszuleben (oder um zu kompensieren Sport machen). Dies ist jedoch bei den meisten nicht so einfach wie gesagt. Dabei möchte ich betonen das der körperliche Ausdruck von Wut auf Personen nicht die (Er)lösung ist, dies ist nur ein Zeichen dass die Person ihre Wut/Schmerz nicht verbal ausdrücken kann und ohnmächtig von Wut- und Schmerzgefühlen ist, dass sie nur noch dadurch Linderung erfühlen kann. Nichtsdestotrotz kann ich jedem empfehlen der von diesen Gefühlen so sehr überwältigt wird und die Möglichkeit hat (oder gerade zuhause ist) auf ein Kissen zu schlagen oder ähnliches – was nicht kaputt gehen kann! Ich wurde dadurch jetzt nicht zum Schlägertyp und nachdem ich das ne Weile gemacht habe bin ich näher an meine Wutgedanken gekommen, die vorher noch so diffus waren. Ziel ist es dann die Wut adäquat zu äußern und damit im Bestfall auch keinen zu beleidigen und zwar zu äußern gegenüber der befreffenden Person, Therapeut, Freund/in oder natürlich einfach für sich selbst (konnte ich lange nicht glauben aber das hilft auch enorm sich selbst dass mal zu erzählen was mit einem los ist).

Um mich durch den Arbeitsalltag zu beißen musste ich meine Wut unterdrücken, ansonsten…“

Ich hatte damals extreme Wut auf die Arbeit die ich gemacht habe, auf die Firma, auf Kollegen und darauf dass ich soviel arbeiten musste. Um mich durch den Arbeitsalltag zu beißen musste ich meine Wut unterdrücken, ansonsten hätte ich einfach keinen Job mehr gehabt, weil ich alles und jeden angeblafft hätte – so eine sinnlose Tätigkeit – so dumme Kollegen – so falsche Werte die hier herrschen – diese verdammte finanzielle Abhängigkeit und so weiter und so fort, sprich ich war mega unzufrieden mit meinem Leben in dieser Zeit und das ging halt dann soweit bis es halt körperlich nicht mehr ging und ich extreme Schmerzen im rechten Arm bekam. Einerseits war das ziemlich scheiße, weil alles was ich tat weh tat aber zum Glück erlaubte es mir dass auch mich krank zu schreiben und diesen verhassten Joballtag zu entkommen. Klar man hat die Vernunft dass man bestimmte Dinge durchziehen muss, dafür bin ich der Vernunft auch sehr dankbar aber irgendwann muss man dem Herzen und der Seele folgen und das tun was einem wirklich Spaß mach im Leben und einem sinnvoll erscheint und mein Körper hat mir da ein „wenig“ nachgeholfen. Jetzt wo ich einen Traumjob in einem integrativen Gemeinschaftsprojekt habe, merke ich wie viele andere auch in diesem Projekt gern mitarbeiten würden, wie viele Menschen sich nach Arbeit mit und für Menschen sehnen, statt nur mit PC/Telefon und für Firmen/Konzerninhabern.

So jetzt bin ich ein wenig von der Triggerpunkten ansich abgeschweift, was ich noch sagen wollte: Es gibt aktive (schmerzhafte) Triggerpunkte und stumme/passive Triggerpunkte also Punkte die keine Schmerzen verursachen. Warum ist das so? Ich denke in der Zeit wo der Triggerpunkt stumm ist, kann man den seelischen Schmerz/Stress gut ausblenden und verdrängen und erst dann wenn immer mehr Stress und Schmerzen hinzu kommen wird der Triggerpunkt anfangen Alarm zu schlagen. Auf jeden Fall strahlen aktive wie passive Triggerpunkte Schmerzen aus, wenn man sie gezielt mit manuellem Druck bearbeitet. Und: Meist liegt der Triggerpunkt weit außerhalb des Schmerzgebietes (d.h. er strahlt den Schmerz aus). Bei vielen Therapeuten herrscht daher die Problematik, dass die schmerzende Stelle „bearbeitet“ wird, obwohl der Schmerzverursacher (der Triggerpunkt) an einer anderen Stelle sitzt und nicht behandelt wird.

Die Triggerpunkt-Behandlung

Von den Trigger-Osteopraktikern werden die Triggerpunkte durch Druck auf den Triggerpunkt behandelt und zwar entweder manuell mit den Händen, dem sogenannter Triggerschlüsseln oder speziellen Massagestäbe oder einem Stoßwellengerät.
Ich für mich kann sagen, dass die Behandlung bei mir nur kurzfristig Linderung brachte, denn die seelische Ursache wurde dadurch bei mir ja nicht behoben und auch nicht meine, zu der Zeit herrschenden, Arbeitsproblematik (wobei die ja auch nur die Spitze des Eisberges war).
Ich kann daher nur jedem raten, die Trigger-Osteopraktik nur zur Linderung oder langsamen Aufbrechens von „Gefühlspanzern“ zu nutzen. Besonders für den Kopf, Kiefer- und Nackenbereich kann ich die Cranio-Mandibular-Therapie (Cranio=Schädel, Mandibular=Unterkiefer) empfehlen. Ich habe damals bei meinem Zahnarzt danach gefragt und dann ein paar Therapieeinheiten verschrieben bekommen. Vielleicht brauch jemand auch nur ein bisschen Unterstützung und kleinen Anstoß über die Körperebene um auf die Seelenebene zu kommen um diese zu verstehen und wieder seine Balance wiederzufinden, in der er sich wohl und zufrieden fühlt (und braucht nicht so lange wie ich :-)

Interessante Bücher über Triggerpunkte

Ich muss hier darauf hinweisen dass Trigger-Osteopraktiker die Behandlung der Triggerpunkte nur durch Druck auf die Punkte vertreten. Ich stehe viel mehr dazu die Störungen/Probleme auf der Seelenebene zu finden und zu behandeln und die Triggerpunktbehandlung auf der Körperebene nur als Begleitung, Linderung und Anstoß zu sehen.

„Schmerzfrei durch Trigger-Osteopraktik“ von Wolfgang Bauermeister. Sehr interessant: In dem Buch ist auch beschrieben wie Bandscheibenvorfälle entstehen.

Bei amazon hab ich entdeckt dass Wolfgang Bauermeister ein neues Buch über die Triggerpunkte herausgebracht hat. Ich habe es nicht gelesen, ich denke aber es werden die Erkenntnisse aus dem ersten Buch und neue Erkenntnisse aufgezeigt und erklärt (sein erstes Buch fand ich sehr interessant).

Und das Buch wollte ich mir damals immer mal kaufen, bin dann aber doch nicht mehr dazu gekommen, weil ich für mich das Prinzip soweit verstanden hatte und dann andere Bücher auf meinem Plan standen. Laut den Kundenrezensionen bei amazon scheint das Buch sehr gut zu sein.

Wenn du erfahren möchtest wann ein neuer Blogartikel von mir online kommt, dann trage dich im Newsletter ein und ich gebe dir via E-mail Bescheid :-)

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Denise
Denise

2 Comments

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  • Eine vergleichbare Erklärung der Körper-Seele-Verbindung bietet das Buch von John Sarno „Befreit von Rückenschmerzen.

    • Hi Marc,
      das Buch von John Sarno habe ich unter dem Menüpunkt „Bücher“ verlinkt ;-)
      Hab das Buch von Sarno hier nicht verlinkt weil der Fokus nur Triggerpunkte sein sollte.
      Liebe Grüße
      Denise

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