Trotz intensiver Schattenarbeit keine Besserung? – Welchen großen Fehler man bei der Schattenarbeit machen kann

Befasst du dich gerade auch mit deiner „dunklen“ Seite, mit deiner Schattenseite? Also mit den schmerzhaften Gefühlen und Gedanken die dich stark belasten und du hast das Gefühl es geht dir, trotz vieler Fortschritte, nicht wirklich besser? Dann habe ich heute für dich vielleicht den Grund dafür, warum alle deine Bemühungen mehr oder weniger ins Leere laufen.

Aber erst einmal „Yeah“, du kannst stolz auf dich sein! Du hast den Mut dich deiner schmerzhaften Seite zu stellen und sie anzuschauen. Du willst sie nicht länger verdrängen, sondern liebevoll in den Arm nehmen und auch dort, wo es weh tut und ungemütlich ist, für dich da sein.

Ich habe sehr viel Zeit in Schattenarbeit gesteckt

Ich beschäftige mich seit ca. 1,5 Jahren damit, mich meinen Ängsten und Trauer zu stellen, die tief in mir wohnen und in meinen Alltag ständig präsent sind. Durch „The Work“ bin ich immer mehr in mein Unterbewusstsein gelangt und verstehe mich selbst immer mehr, also warum ich so bin wie ich bin und warum ich so reagiere wie ich reagiere. Und ich erfahre immer wieder mehr Verständnis für mich und andere. Doch einen falsche Vorstellung bzw. Erwartung habe ich bis heute nicht abgelegt und diese hält all meine Bemühungen an unsichtbaren Ketten fest und zwar das Problem der Erwartung.

Also, warum mache ich z.B. „The Work“?
Um mich besser zu fühlen oder um mich selbst zu fühlen?

Warum mache ich denn Schattenarbeit überhaupt?

Das eben war die entscheidende Frage! Ich muss gestehen obwohl ich auch in diesem Bereich das Paradox-Prinzip irgendwie verstanden habe, habe ich es doch nicht gerafft, sprich, ich hatte es bis jetzt nicht emotional verstanden. Das ist nebenbei auch ein sehr wichtiger Punkt, Dinge verstehen und Dinge emotional verstehen ist ein großer Unterschied. Wahre Veränderung tritt erst ein wenn du etwas emotional verstehst. Aber kommen wir zum Satz zurück.

Machst du Schattenarbeit bzw. versuchst du deine „negativen“ Gefühle anzunehmen und zu spüren aus dem Grund, weil du weißt dass es dir Heilung bringt bzw. du dir Heilung erhoffst?

ODER

Machst du Schattenarbeit bzw. versuchst du deine „negativen“ Gefühle anzunehmen und zu spüren ohne mit dem Hintergedanken dass dich dies heilt? Also ohne Erwartung, ohne eine Hoffnung auf Heilung? Nur mit den Gedanken dich selbst zu fühlen, einfach zu sein?

Es macht doch Sinn sich mit der Schattenarbeit zu beschäftigen, wenn einem dadurch Heilung erfährt, aber hättest du auch mit der Schattenarbeit begonnen mit dem Wissen dass es dir keine Heilung geben wird? Natürlich nicht, du leidest ja und möchtest dich aus diesem Zustand befreien, du suchst einen Weg der dich aus deinem Leid befreit. Aber hier wirkt das Paradox-Prinzip und du kannst nichts dagegen tun, bis du es (emotional) verstanden hast.
Das was du willst, ist ein Mangel in deinem Leben. Hättest du keinen Mangel würdest du nicht danach streben. Statt ständig den Mangel beseitigen zu wollen, solltest du ihn einfach annehmen und aushalten, denn, er wird sich von selbst beheben, aber das ist nur schwer vorstellbar, wie soll das funktionieren?

Alles was mit Erwartungen und Bedingungen verknüpft ist, ist zum Scheitern verurteilt. Auch die Schattenarbeit, bei der du hoffst dass sie dich wieder glücklich und zufrieden macht oder irgendeine andere Therapie, Technik- oder Heilungsform. Sie wirken alle nur temporär, nur für kurze Zeit und sie können auch nicht anders, weil du diese Bedingung/Erwartung an sie stellst, so wie du an dich selbst Bedingungen und Erwartungen stellst.

Ich bin ein gebrochener und doch gleichzeitg starker Mensch

Du bist ein gebrochener Mensch, wie eine Tasse die zerbrochen ist, aber die wieder zusammen geklebt wurde. Du möchtest wieder eine neue glänzende Tasse sein, aber in Wahrheit ist das nicht möglich und du strebst aber dieses Bild nach dieser neuen perfekten Tasse immer wieder an und lehnst diese zerbrochene und 100 mal wieder zusammengeklebte Tasse ab, obwohl sie genauso gut das Wasser in sich hält und man aus ihr Trinken kann.
Du versuchst immer wieder die neue glänzende Tasse zu sein und bist von dir immer wieder enttäuscht oder wütend dass du es nicht bist bzw. erreichst.

In Japan gibt es eine wundervolle Kunst, die „Kin Tsugi“ genannt wird (die habe auch ich im vorherigen Absatz gemeint), eigentlich viel mehr aus den praktischen entstanden ist sie heute eine Kunstform. Zerbrochene Keramik wird wieder zusammen geklebt und die „Nähte“ erhalten eine goldene Farbe (wortwörtlich heißt Kin Tsugi „Gold Flicken“). Normalerweise versteht man unter Keramik-Reparaturen dass die Schäden danach nicht mehr zu sehen sein sollten. Die reparierte Keramik sollte danach wieder wie neu aussehen, nur das Problem: Sie kann aber auch nie wieder benutzt werden, weil der Kleber nur hauchdünn aufgetragen werden kann. Aber einige dachten anders und wollten die Keramiken so reparieren, so dass sie wieder im Alltagsgebrauch genutzt werden können und nicht Gefahr laufen wieder an den Bruchstellen kaputt zu gehen, daher wird ein spezieller Lack für das zusammen kleben genommen und die goldene Farbe bzw. Blattgold wird oben aufgetragen.

Was versuchst du? Auszusehen wie neu oder dich als etwas Zerbrochenes aber auch gleichzeitig Zusammenhaltendes zu sehen, wo die Brüche, die Erfahrungen als wertvolle Kitmasse deiner Selbst im Licht funkeln?

Gold

Vergolde deine Brüche/Erfahrungen indem du sie annimmst und dich selbst dafür nicht fertig machst dass du nicht mehr aussiehst wie neu bzw. den Zustand nicht mehr zurück erreichst. Dann, genau dann, wirkt das Paradox-Prinzip und du wirst Frieden und Zufriedenheit mit dir selbst und in deiner Umwelt erfahren und du fühlst dich wie neu geboren.

Ich habe gemerkt wie dankbar ich für all die wundervollen Menschen bin die ich kenne und welche mich in meinem Leben begleiten und dass ich dies ausdrücken möchte, daher geht hier an dieser Stelle eine große Dankbarkeit an 2 Menschen, die mich zu diesem Blogartikel inspiriert haben:
Tim von unendlichsein.de mit seinem Video: Die Glücklichkeitsfalle – Warum das Streben nach Glück eine Sackgasse ist (am 06.05.2016)
Und Sven Lager von sharehaus.net mit seiner Geschichte von dem gebrochenen Menschen am Ende des Communitybuilding Workshops (am 07.05.16)

DANKE

Wenn du erfahren möchtest wann ein neuer Blogartikel von mir online kommt, dann trage dich im Newsletter ein und ich gebe dir via E-mail Bescheid :-)

About the author

Denise
Denise

4 Comments

Leave a comment
  • Danke für diesen Text der mich jetzt gerade finden durfte …
    Passt gerade wunderbar…
    Obwohl ich sonst sehr gut schreiben und wundervolle Worte finden kann, von denen ich dir gerne welche mit auf den Weg gegeben hätte, fehlen sie gerade irgendwie…
    Ich nutze den moment und geh mal in mein Gefühl …
    Alles Liebe und nochmal DANKE
    Helen

  • Hallo Helen,

    lieben Dank für deine Worte <3
    Einfach zu fühlen – Deine Worte sind genug und wäre es auch nur ein Wort gewesen :-)

    Liebe Grüße
    Denise

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2014. Created by Meks.