Überwinde die Angst davor nicht alles schaffen zu können

Eines der unangenehmsten Gefühle das ich bisher kennen gelernt habe ist das Gefühl:
– „Alles“ nicht zu schaffen – und mit „alles“ meine ich Aufgaben im beruflichen wie im privaten Alltag. Ich hatte fast mein ganzes Leben lang das Gefühl der Tag müsste statt 24 mindestens 36 Stunden haben, damit ich alles zu meiner Zufriedenheit hätte schaffen können. Ich hatte immer unglaublich viel zu tun und das Ganze wurde noch mehr durch den Fakt strapaziert, dass ich auch sehr viel Zeit am Tag einfach erschlagen und erschöpft war (wegen diesem Druck alles schaffen zu müssen) und in dieser Zeit wiederum nichts Produktives machen konnte – ein Teufelskreislauf.

Das kann nicht die Wahrheit sein

Irgendwann wurde mir diese Problematik immer präsenter und ich dachte mir „Das kann doch nicht alles wahr sein! Der Tag hat 24 Stunden und das ist auch richtig so und es muss ein Leben möglich sein mit diesen gegebenen 24 Stunden zufrieden und glücklich sein zu können.“ Und ich schaute hinter diese Angst, die Angst nicht alles schaffen zu können.
Im Wirbel des Alltags und im Laufrad der Angst hatte ich es oft nicht geschafft inne zu halten und zu schauen was los ist, da ich aber irgendwann an einen Punkt gekommen bin wo alles immer unerträglicher wurde, wurde ich quasi dazu gezwungen bzw. ich hatte so richtig die Faxen dicke :D

Was ist so schlimm daran nicht alles zu schaffen?

Die erste Frage die ich mir stellte war:
Was wäre denn so schlimm daran wenn ich nicht alles schaffen würde was ich mir so vorgenommen habe?

Antwort: Ich würde mich richtig scheiße fühlen. Ich hätte versagt, ich wäre nicht gut = schlecht, ich wäre nicht wertvoll = wertlos.

Sehr verständlich dass ich diese Gefühle nicht spüren wollte und ich mich unter Druck setzte alles zu schaffen, nur die Realität sah ja ganz anders aus! Ansich schaffte ich immer das aller Wichtigste was zu tun war, aber sehr, sehr viele Sachen schaffte ich auch nicht, also ich lebte bereits ein Leben indem ich nicht alles schaffte und ich fühlte mich schlecht. Ich konnte eigentlich gar nicht mehr vor dem Gefühl weglaufen, da ich es bereits zum Teil spürte.

Hängt mein Selbstwert von meinen Leistungen ab?

Als mir klar wurde das ich meinen Selbstwert daraus ziehe wie viel ich so am Tag schaffte, sagte ich innerlich zu mir „Nein, das ist nicht die Wahrheit. Ich brauche nicht meinen eigenen Wert danach beurteilen wie viel ich an einem Tag schaffe!“ Und schließlich hatte ich nicht nur den Mut, sondern auch die Kraft der Angst mal nachzugeben, zu spüren wie es sich anfühlt nicht alles geschafft zu haben. Sonst habe ich das Gefühl gemieden und verabscheut, doch nun ließ ich das Gefühl durch meinen ganzen Körper fließen und siehe da, es war gar nicht so schlimm wie befürchtet!
Endlich konnte das Gefühl fließen, endlich konnte das Gefühl einfach da sein. Es fühlte sich toll an, toll weil es einfach ein Teil von mir ist und ich diesen Teil von mir endlich angenommen habe, umarmt habe wie ein kleines Kind. Nun konnte ich mit diesem Kind auch lachen und tanzen und ich merkte dass es gar nicht so schlimm war nicht alles schaffen zu können. Und von da an jagte mir der Gedanke, nicht alles schaffen zu können, nicht mehr so eine Angst ein, ich fühlte mich plötzlich sehr zufrieden mit mir selbst und der Welt.

Wie innen so außen

Die Wirkung meines inneren Schrittes ließ nicht allzu lang auf sich warten, plötzlich änderte sich langsam aber stetig auch mein Alltag. Ich hatte immer mehr das Gefühl alles zu schaffen was mir wirklich wichtig war. Es gab auch die Dinge die ich nicht schaffte, aber das war ok. Der Wust an privaten und beruflichen Aufgaben die auf mich warteten wurden auch immer kleiner, alles wirkte viel entspannter, ich konnte endlich durchatmen.

Und jetzt, vor ein paar Tagen, hatte ich das erste Mal das Gefühl „alles“ geschafft zu haben. Kein „Ich müsste noch das und das und das…Gedanke“ plagte mich mehr. Zwar wusste ich könnte noch dieses oder jenes machen, aber in diesem Moment war trotzdem alles ok und getan und es fühlt sich an als würde sich dieses Gefühl als ein Grundgefühl entwickeln.
Interessanter Weise schaffe ich nun ganz leicht und spielerisch die Sachen die mir wichtig sind und nichts bleibt auf der Strecke dabei, keine kleinen und auch keine großen Aufgaben, das fühlt sich verdammt gut an! Und ich habe auch gelernt dass manche Dinge länger brauchen als gedacht und dass dies auch voll ok ist!

Bei der ganzen Sache haben mir folgende Sätze (Bild) besonders geholfen (bzw. die Erkenntnis zu alledem gebracht), welche von Berührende Beratung sind und zwar:

Gefühle sind wie Wasser
Sie kommen und gehen wie Wellen durch unseren Körper. Wenn du sie lässt, fließen sie einmal durch dich hindurch und gehen weiter. Wenn du das Gefühl aber festhältst oder fernhältst, wird es dir wehtun. Es ist als ob du gegen eine Welle ankämpfst. Gefühle sind Energien und wollen nur durch uns fließen. Sie sind nicht gut oder schlecht, sie sind nur Energie.

Vielen lieben Dank an Stephanie von Berührende Beratung Ich habe damals auf ihrem Instagram-Account instagram.com/beruehrende_beratung diese Worte gelesen (hier das Bild + Text) (Anmerkung: An einer Stelle habe ich eine kleine Änderung gemacht) und mir ging damals dabei plötzlich ein Licht auf und zwar:

Die Tatsache etwas nicht zu schaffen ist eigentlich halb so schlimm (ich erlebte es ja bereits), viel mehr das Gefühl was ich dabei erwartete, gegen das ich aber ankämpfte machte mich so fertig, sprich die Welle gegen die ich ankämpfte. Es ist nicht das Gefühl was so leidvoll ist, sondern der Kampf gegen das Gefühl ist so schmerzhaft!

Als ich das richtig begriffen hatte, konnte ich endlich den Kampf gegen die Welle beenden und das Gefühl einfach durch mich hindurch fließen lassen und plötzlich beruhigte sich das stürmische Wasser in mir und Frieden trat ein :-)

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16-11-wellen

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Denise
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