Unendliche Wut und die Angst vor dem Tod

Heute kam wieder ein Thema hoch, was bei mir schon sooo oft hoch kam. Ich war wütend über jemanden der immer anderen Leuten Schuld an seinen jetzigen Zustand gibt. Ich rege mich wirklich jedes Mal darüber auf und ich kann auch nicht anders. Ich habe versucht ihn so anzunehmen mit seiner Einstellung und dass ich mich da nicht reinhängen muss aber das hat einfach nicht geklappt. Deswegen dachte ich mir, mache ich doch mal endlich „The Work“ von Byron Katie bei dem Thema und es ist sogar passiert dass ich das Fragetool doppelt anwenden musste und ich benötigte diesmal sogar weiterreichende Fragen, wie das aussieht? Hier „My Work“:

Wutaussage: Ich rege mich auf wenn er anderen die Schuld für alles gibt!

1. Ist das wahr, dass er anderen die Schuld gibt?
Ja, in seinen Erzählungen sagt er, dass andere ihn bekämpfen wollen, andere ziehen seine Energie.

2. Kannst du absolut sicher sein dass es wahr ist?
Ich weiß dass es nicht wahr ist, er selbst zieht sich die Energie und manchmal denke ich weiß er das auch, er kann es aber nicht so ausdrücken.

3. Wie reagiere ich darauf wenn ich den Gedanken glaube?
Ich werde wütend, es stimmt nicht, warum kann er das nicht einsehen!?

4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?
Ich könnte ihn so annehmen wie er ist, es wäre mir egal ob er anderen die Schuld gibt. Vielleicht fühle ich mich schuldig wenn er anderen die Schuld gibt (auch wenn ich es nicht bin).

5. Drehe die Anfangsaussage um!
Ich rege mich auf wenn ich anderen die Schuld gebe – das stimmt.

6. Warum rege ich mich auf wenn ich anderen die Schuld für etwas gebe?
Weil es falsch ist und weil ich dann abhängig bin vom Schuldigen und der Schuldige dann über mich Macht hat (die ich erlaube indem ich ihn als Schuldigen anerkenne, dadurch passiert sie).

7. Was passiert wenn du abhängig bist und andere über dich Macht haben?
Ich kann nicht so sein wie ich bin, ich habe ständig Angst etwas falsch zu machen.

8. Was würde passieren wenn du nicht du selbst wärst und du etwas Falsches machst?
Wenn ich nicht ich selbst wäre, fühle ich mich schlecht, ich kann meine Energien nicht leben und unterdrücke sie, wenn ich etwas falsch mache werde ich bestraft.

9. Was würde passieren wenn du dich schlecht fühlst und du bestraft wirst?
Ich würde zugrunde gehen.

10. Was passiert wenn du zugrunde gehst?
Ich sterbe.

11. Was passiert wenn du stirbst?
Ich bin unendliches Nichts.

11.1. Ist das wahr?
Ich denke ja.

11.2. Kannst du dir ganz sicher sein dass dies wahr ist?
Nein, wirklich wissen tue ich es nicht. Vielleicht werde ich auch reinkarniert.

11.3. Wie reagiere ich darauf wenn ich den Gedanken glaube?
Er frustriert mich, alles kann sofort ein Ende haben und man landet im Nichts. Das Nichts frisst mich auf, es ist unerträglich, ein Gefühl welches ich nicht aushalten kann, ich würde zerbersten.

11.4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken
Ich könnte das leben genießen, ich würde bei jedem Atemzug Freude verspüren – ich könnte LEBEN.

11.5. Drehe die Aussage um!
Ich bin ein endliches Etwas.

Ich weiß auch nicht aber beide Aussagen machen mich nicht happy – ein unendlich Nichts zu sein ist doof und ein endliches Etwas auch, weil ja dieses auch irgendwann endet, wobei das endliche Etwas schon noch besser ist als das unendliche Nichts. Man hat die Gelegenheit auf der Erde zu sein und zu fühlen, zu spüren, zu leben – soviel zum kognitiven Teil. Mein emotionaler Teil wurde bei dem Anblick des Satzes „ Ich bin ein endliches Etwas“ ruhig und friedlich. Ein sehr entspannendes und wohliges Gefühl, mhm irgendwas muss da dran sein, vielleicht weil in diesem Satz Lebensenergie steckt und diese wiederum uns Freude und Frieden schenkt?

Nach einer langen Zeit des Fühlens kommen neue Gedanken: Die Angst vor dem Tod ist nur eine Ablenkung um zu leben, umso mehr Angst man vor dem Tod hat, umso vorsichtiger ist man und umso weniger Spaß/Lebensfreude hat man.

Mhm, diese nervenaufreibende Ungewissheit was nach dem Tod kommt! Aber wahrscheinlich ist dass auch gar nicht wichtig, es wird ja eh kommen. Wahrscheinlich wenn jeder wüsste dass man z.B. reinkarniert werden würde, dann würden sich sehr viele Leute sehr leichtfertig selbst und andere umbringen, das wäre doof. Wenn jeder wüsste dass danach nichts kommt, dann hätten wahrscheinlich so viele Leute Angst davor, dass gar keiner mehr zum leben kommt, sondern nur in Angst verhaftet wäre. Ok, scheint wohl eine kluge Entscheidung von der höheren Macht gewesen zu sein, das Sein nach dem Tod sehr unklar zu lassen.
Ich glaube hier kommt dann das sogenannte „Urvertrauen“ ins Spiel = feste Glaube an Gott/ Glaube an eine höhere Macht oder Energie/Glaube in sich selbst. Wenn man dieses Urvertrauen hat, denke ich, kann man einfach leben und das Leben genießen.

Ich habe das Gefühl ich bin nun in der Lage Angst als Ablenkung zu sehen und ich kann mich nun auf das Gefühl von „leben“ konzentrieren, das heißt ich hab nicht mehr den Drang mich mit dem Problem bzw. Angst zu beschäftigen, sondern einfach nur zu fühlen, zu erahnen wie es sich anfühlt zu leben. Der Satz vorher ist so richtig :-) Es geht mir momentan nur darum ein Gefühl davon zu bekommen, ich denke später wird es dann einfach automatisch passieren. Dann muss ich nicht mehr rein fühlen, wie sich das wohl anfühlt, dann fühle ich einfach. Vielleicht versteht mich ja jemand was ich meine :-)

Wie gehst du mit dem Thema Tod um, also mit deinem eigenen Tod? Es interessiert mich wie andere darüber denken und ob bestimmte Denkweisen, Gefühle oder Erfahrungen die Einstellung zum Thema Tod geändert haben. Lass es mich und andere wissen – schreibe dazu einfach einen Kommentar zu diesem Artikel.

Wenn du erfahren möchtest wann ein neuer Blogartikel von mir online kommt, dann trage dich im Newsletter ein und ich gebe dir via E-mail Bescheid :-)

Foto © Renate Tröße/ PIXELIO

About the author

Denise
Denise

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2014. Created by Meks.