Warum es eigentlich keine Angst VOR etwas gibt

Mir ist erst jetzt vor kurzen so richtig aufgefallen (obwohl es ja mehr als offensichtlich ist und ich auch bereits „Jetzt“ von Eckhart Tolle gelesen habe) dass meine Ängste sich immer in der Zukunft bewegen und überhaupt nichts mit meinem gegenwärtigen Zustand zu tun haben. Ich fühlte dass erste Mal so richtig, dass ich mir mit den Zukunftsängsten komplett den jetzige Moment versaue, vorher wusste ich es einfach, also kognitiv, aber erst jetzt spüre ich das auch, bin auf die Gefühlsebene angekommen und habe endlich die Kraft das zu ändern.

„…es ist vielmehr die Angst vor der Wahrheit.“

Die große Erkenntnis geschah bei einem Gespräch mit einem guten Freund, seine Beziehung ist gerade dabei auseinander zu gehen und ich hörte heraus dass beide Seiten darüber sehr traurig sind und Angst davor haben dass es wirklich endet, wobei auch heraus zu hören war dass die Beziehung auch schon eine sehr lange Zeit nicht mehr eine Beziehung war wie man sie sich (ich) vorstellt und ich fragte mich warum beide denn solche Angst davor hätten die Beziehung zu beenden, in meinen Augen gab es schon gar nicht mehr „diese“ Beziehung. Der einzige Fakt der für mich noch fehlt ist dass beide anerkennen dass es „die“ Beziehung die sie einst führten gar nicht mehr existiert, es ist vielmehr die Angst vor der Wahrheit.
Die Situation vor der beide Angst haben besteht bereits, sie liegt nicht in der Zukunft, nur die Bekennung dazu liegt in der Zukunft.

Auch habe ich gemerkt dass es voll ok ist diese, ich nenne es mal „Bekennungsangst“ zu haben und dass man es auch nicht gleich schafft sich dieser zu stellen. Es gibt Gründe warum die Aussprache der Wahrheit auf sich warten lässt. Manchmal müssen sich vorher noch andere Dinge lösen um diese eine gefürchtete Thematik in Ehrlichkeit und Frieden dem anderen gegenüber zu äußern. Es bringt nichts dem anderen wutentbrannt Dinge an den Kopf zu schmeißen, sondern zu sagen wie es einem geht, was die Situation mit einem macht und was man für sich und den anderen wünscht. Ist dies nicht der Fall, wird nur blind Wut gestreut und es tritt erst recht das Befürchtete ein und noch viel schlimmer. In dem Fall von meinem Freund steht die Angst vor dem „noch viel schlimmeren“ im Vordergrund, die Angst vor der Trennung selbst ist nicht da.

„Es wird nicht erst eintreten es ist bereits…“

Seit dem ich das emotional verstanden habe, konnte ich mich erst jetzt so richtig dabei beobachten wie ich ständig hyperventiliere, ob ich in der U-Bahn sitze oder morgens aufstehe, immer diese schleichende Angst „Schaff ich das?“, „Mache ich das richtig?“, „Werden die anderen wütend auf mich sein“ etc., ich beobachtete dass diese Ängste nicht relevant waren, denn alle Fragen sind ja eine reine Betrachtungssache. Einer würde sagen „Ja, du hast alles geschafft“ und ein anderer würde sagen: „Nein, du musst noch viel mehr schaffen“ es liegt im Auge des Betrachters und bei mir bin ich ja nun das selbst und wenn ich diese Ängste habe, dann stelle ich mir selbst falsche Erwartungen. Ergo das heißt: Ich habe nicht Angst davor dass mir einer zu erkennen gibt dass ich „zu wenig“ mache, sondern das ich „momentan zu wenig mache“, es passiert bereits in dem ich z.B. in der U-Bahn sitze – ich FÜHLE dass „ich zu wenig bin“. Es wird nicht erst eintreten es ist bereits, nur die „Wahrheit“ von einer anderen Person auch noch zu erfahren tut mich 1. in meinem Gefühl bestätigen und 2. durch die Bestätigung schmerzlich in der Seele treffen, ein Ohnmachtsgefühl tritt ein.

„…dies führt zum innerlichen Frieden…“

Soweit so gut, aber der härteste Part ist nun jetzt jener diese Gefühle in dem jetzigen Moment zu spüren – zu zulassen, genau vor dem scheue ich mich ja sooo sehr, jedoch muss ich sagen, dass es bis jetzt nicht sooo schlimm war wie befürchtet :-) Klar es ist unangenehm und man fühlt sich elendig schei*e aber das fühle ich mich auch schon so, also was solls? :D
Der feine Unterschied ist nur der, dass bei dem Zulassen der Gefühle alles fließen und sein kann und dies zum innerlichen Frieden führt, bei dem anderen laufe ich nur davon weg und es bleibt eine schmerzhafte Endlosschleife.

Wenn ich mir nun folgenden Satz immer wieder vor Augen halte und schaue was ich genau „jetzt“ spüre, dann merke ich immer wieder es gibt keine Angst vor etwas (auch nicht vor der Bekennung), ich gestehe mir nur nicht meine Gefühle ein, ich übernehme keine Verantwortung für meine Gefühle, ich halte sie zurück und mache andere dafür verantwortlich, weil dies einfacher und bequemer ist. DOCH jetzt weiß ich dass das totaler Quatsch ist und dies weder mich noch irgendeine andere Person glücklich(er) macht. Ich kann mich nun endlich wirklich entscheiden und Verantwortung übernehmen.

Das wo vor du Angst hast ist bereits.

 

Wenn du erfahren möchtest wann ein neuer Blogartikel von mir online kommt, dann trage dich im Newsletter ein und ich gebe dir via E-mail Bescheid :-)

Foto © Manfred Hehlert / PIXELIO

About the author

Denise
Denise

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2014. Created by Meks.