Warum wir uns den schrecklichsten Schmerz selbst antun (und nicht andere)

Es schmerzt so sehr und ich weiß nicht warum der Schmerz einfach nicht weniger werden will, so oft habe ich ihn zu gelassen, ihm Raum gegeben und trotzdem konnte er sich nicht beruhigen. Warum geht dieser Schmerz nicht weg? Vielleicht weil ich meinen eigenen Schmerz und Trauer noch gar nicht so richtig beachtet habe?
Ich habe mich immer mit dem Schmerz beschäftigt den mir andere „angetan“ haben, aber was ist mit meinem eigenen Schmerz? Und was ist mit eigenen und fremden Schmerz gemeint?

„Die andere Person bestätigt quasi nur die eigene Ablehnung.“

Der „fremde“ Schmerz ist der wenn du von jemand anderes abgelehnt wirst und dich dies tief trifft. Eine Ablehnung kann dich jedoch nur tief treffen wenn du dich selbst (in diesem Bereich) ablehnst. Zum Beispiel lehnt dich eine Person aus körperlichen Gründen ab und zeigt dir dies unmissverständlich verbal. Wenn du zu 100% im Reinen mit deinem Körper bist und ihn liebst wie er ist, dann wird dich diese Ablehnung nicht treffen und du wirst eher Mitgefühl mit der anderen Person haben, weil diese wohl nicht mit ihren eigenen Körper zufrieden ist. Bist du aber selbst mit deinem Körper unzufrieden dann wird dich die Ablehnung tief im Innersten treffen und deine eigene Ablehnung bekräftigen („Da sehe ich es, auch andere denken so…“).

Wie heraus zu lesen ist bestand die Ablehnung bereits vor dem „Angriff/Ablehnung“ der anderen Person. Die andere Person bestätigt quasi nur die eigene Ablehnung. Was hier am schmerzhaftesten ist, ist die eigene Ablehnung die bereits bestand (natürlich hat diese auch einen Ursprung, darum geht es heute aber nicht, darüber folgt noch ein Blogartikel).

„Eigentlich müssten wir selbst auf uns wütend und traurig sein…“

Wir sind traurig und wütend auf die andere Person, dabei steckt der tiefe Schmerz/Trauer und Wut in uns selbst. Eigentlich müssten wir selbst auf uns wütend und traurig sein, weil wir z.B. mit unseren Körper nicht zufrieden sind und uns selbst immer wieder quälen, weil wir nicht so aussehen oder funktionieren wie wir wollen. Doch meistens schieben wir es auf andere Personen und bejammern uns und andere und haben das Gefühl nichts ändern zu können, was auch stimmt weil wir andere Menschen für unser Leiden verantwortlich machen.

„Das Schmerzhafteste ist also wenn wir unsere Liebe nicht anderen Menschen geben können, wenn wir unsere Liebe unterdrücken müssen.“

Im Grunde ist unser wirklich tiefster Schmerz dieser, dass wir anderen Personen nicht mehr vertrauen und lieben können (nachdem uns ein Mensch emotional „geschädigt“ hat, weil er selbst „geschädigt“ ist/war), dass wir unsere Liebe nicht fließen lassen können und dies uns ab dann in einen Teufelskreislauf gefangen hält.
Das Schmerzhafteste ist also wenn wir unsere Liebe nicht anderen Menschen geben können, wenn wir unsere Liebe unterdrücken müssen. Zu schmerzlich ist es verletzt zu werden aber viel schmerzlicher ist es nicht mehr lieben zu können und dann quasi vielleicht das Gleiche tun zu müssen, was uns jemand anderes mal angetan hat – andere ablehnen. Doch das geschieht meist alles unbewusst und die Seele will sich damit nur vor neuen Ablehnungen/Schmerzen schützen, doch zugleich verwehrt sie sich auch der Liebe und Annahme – eine Zwickmühle.

Aber wie lieben wenn man so sehr verletzt worden ist?

Verletzungen geben uns die Möglichkeit mit der Liebe bewusst umzugehen, für mich klingt das im ersten Moment nicht gerade sehr tröstlich und ich fühle mich nicht dankbar, aber es ist ein sehr großes Geschenk. Wer diese Thematik kognitiv und ganz wichtig EMOTIONAL verstanden hat, kann mit Menschen ganz anders umgehen – friedlich und mitfühlend, statt wütend und verständnislos, weil man in den Teufelskreisläufen nicht mehr mitgehen muss. Irgendwann ist man soweit dass man entscheiden kann – man ist bewusst genug Entscheidungen treffen zu können. Die Entscheidung zu treffen „Ja“ zur Liebe und Annahme, die uns so viel Kraft gibt um mit Ablehnungen adäquat umgehen zu können und dann auch anderen wirklich unterstützen und inspirieren zu können die es noch nicht können.

Die Schritte die man gehen kann um trotzdem sich und andere wieder lieben zu können erzähle ich im nächsten Blogartikel.
Wenn du erfahren möchtest wann ein neuer Blogartikel von mir online kommt, dann trage dich im Newsletter ein und ich gebe dir via E-mail Bescheid :-)

Foto © Christina Maderthoner / PIXELIO

About the author

Denise
Denise

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2014. Created by Meks.