Wenn lächeln schädlich für die Seele ist

Was lächeln kann schädlich sein? Und wie! Ganze Gefühlsausbrüche kann man mit einem Lächeln wegwischen. Diese „Lächel-Muskeln“ besitzen eine, wie ich glaube, noch nicht genau betrachtete Power. Einmal die Kraft andere mit unserer guten Laune anzustecken aber auch die Kraft Scham, Trauer, Neid und Ängste zurück zu halten.

Ich bin jetzt wieder auf das Thema gestoßen als mich vorgestern bei einer Co-Counselling Übung eine Person darauf aufmerksam machte (Blogartikel über Co-Counselling folgt). Ich bin total dankbar dass sie mir das sagte, weil ich damit mein Bewusstsein wieder auf etwas richtete was ich wirklich lange verdrängt habe – meine „Lächel-Maske“. Wozu diese Maske? Ersteinmal mit Maske meine ich jetzt auch nicht ein permanentes Lächeln. Ich lächle sehr oft bei Gesprächen, auch wenn es ernster wird und die „Lächel-Muskeln“ sind bei mir gefühlt immer angespannt und sogar so, dass man kein Lächeln wahrnehmen kann, es arbeiten dabei viel mehr die inneren „Lächel-Muskeln“.

„…ich bin eher irritiert wenn ich jemanden was erzähle und diese Person schaut mich ernst an,…“

Als mir das bei der Veranstaltung klar wurde, fiel mir auch auf, wie oft ich lächle obwohl es nicht unbedingt angebracht ist, bzw. wenn ich etwas Ernstes erzähle. Die Person sagte mir auch ich solle doch einfach mal ernster sein, dann würde auch sie sich besser fühlen (sie sprach bei der Übung und ich hörte ihr zu). Sehr interessant! Bei mir ist das in der Tat komplett anders herum, ich bin eher irritiert wenn ich jemanden was erzähle und diese Person schaut mich ernst an, ich kann dann einfach nicht abschätzen hört mir die Person gerne zu oder ist sie total gelangweilt oder ist sie in Gedanken ganz woanders und dann werde ich unsicher, Ängste plagen mich, mein niedriges Selbstwertgefühl steht auf der Matte usw..

Ok, komme ich mal zu der Frage zurück „Wozu diese Maske“? Wie oben schon angedeutet kann ein Lächeln Emotionen unterdrücken, das funktioniert deshalb weil an sich das Lächeln eine positive Körperwahrnehmung ist, wer lächelt dem geht es gut, das denkt dann auch der Körper wenn wir uns anstrengen das Gefühl nicht hochkommen zu lassen in dem wir lächeln. Das Verdrängen passiert meist unbewusst aber viele wissen auch um den Trick zu Lächeln um keine weiteren verletzenden Emotionen zeigen zu müssen, welche wiederum uns noch mehr verletzen würden, weil wir uns z.B. vor Menschen offenbaren müssten wo wir es nicht wollen.

„Die Körperebene ist so wichtig, weil der Körper die Gefühle als Emotionen erlebbar macht.“

Ich weiß um diese „Problematik“ bei mir schon seit Jahren und erst jetzt komme ich erst ein wenig emotional an das Thema heran. Etwas in mir ist so stark und traurig und mit Scham besetzt, dass ich eine riesengroße Angst habe „das“ rauszulassen, zu schmerzhaft!? Das will ich jetzt herausfinden und ich weiß wenn ich dass jetzt angehe, wird sich sehr viel lösen. Die Körperebene ist so wichtig, weil der Körper die Gefühle als Emotionen erlebbar macht (Gefühle sind Umschreibungen für Gemütszustände und Emotionen sind das Erleben der Gefühle im Körper). Und ja ich will wieder alles spüren und ich meine wirklich alles! Nur wenn ich die Trauer lebe, kann ich die Freude leben, nur wenn ich die Angst lebe kann ich auch den Mut und die Neugierde leben usw.. Das heißt, wenn ich ein negatives Gefühl verdränge, dann habe ich mit dem positiven Gegenpol ebenso Schwierigkeiten ihn auszuleben.

Wie kann ich feststellen ob ich ein „latenter Lächler“ bin und damit Emotionen unterdrücke?

Das Wichtigste ist logischerweise das eigene Körpergefühl. Vor 5 Jahren hatte ich zurück blickend 10% Körpergefühl gehabt und diese Bereiche taten mir auch noch weh. Ich war wie abgeschnitten von meinem Körper und steif wie ne Oma ebenso. Also um das Ganze fühlen zu können ob du etwas unbewusst anspannst muss du in diesem Bereich ein Körpergefühl haben bzw. wieder erlangen. Für die, welche das Körpergefühl wieder erlangen müssen, kann ich folgenden Techniken empfehlen:

– Progressive Muskelrelaxation (nach Jacobson)
– Feldenkrais,

sowie Reinspüren nach eigenem Empfinden. Ich hab damit irgendwann einfach angefangen, vielleicht gibt es da auch eine Technik mit einen Namen dafür, aber an sich geht es nur darum wertungsfrei in den Körper reinzuspüren – ihn zu fühlen. Ich war dann irgendwann soweit dass ich sogar meine Triggerpunkte allein durchs Reinspüren erfühlt habe (ansonsten machen sich ja Triggerpunkte nur mit äußerlichen Druck bemerkbar und zwar durch Schmerz – über Triggerpunkte werde ich bald auch einen Blogartikel schreiben).

Speziell für das Gesicht kann man auch einfach ein bisschen „Gesichts-Gymnastik“ machen :-) d.h. einfach mal Fratzen ziehen, probieren ob man die Oberlippe hochgezogen bekommt – geht es nur auf einer Seite oder auf beiden?, schauen ob das Lächeln symmetrisch ist oder ob die eine Seite gar nicht richtig hoch kommt zum lächeln usw..

Hast du auch ein Thema mit Emotionen „weg lächeln“? Dann schreibt doch deine Erfahrung in einen Kommentar, würde mich freuen wenn du deine Erfahrung mit mir und anderen teilst.

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Denise
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