Wie ich das Paradox-Prinzip zum Auflösen von negativen Strukturen nutze

In meinem letzten Blogartikel habe ich ja berichtet was das Paradox-Prinzip ist und wie es funktioniert (Das verrückte Paradox-Prinzip verstehen und das Leben positiv verändern) und heute möchte ich kurz erklären wie ich die Erkenntnisse aus dem Paradox-Prinzip nutze um negative Strukturen aufzulösen.

Fangen wir mit der „Ich will nicht“-Seite an:

Wenn ich nun einen „Ich will nicht-Satz“ in meinem Kopf habe, kehre ich ihn in Gedanken um (oder wenn es passt notiere ich den Satz) und versuche eine Antwort zu finden warum die Umkehrung wahr sein kann, DENN das Paradox-Prinzip sagt:
Alles was du nicht willst, ist bereits. Das heißt: Dass was du nicht willst, musst du doch irgendwie wollen, sonst wäre es nicht da. Die Wahrheit ist also genau das Gegenteil, aber dies möchtest du nicht wahrhaben, weil du es schlecht findest, weil du denkst das bist du nicht, das gehört nicht zu dir – du möchtest es weghaben. Doch mit Widerstand wirst du nicht wirklich ein Problem auf dieser Welt lösen, sondern nur unnötig Energie in das „Negative“ stecken, anstatt es anzunehmen um alle Energie für etwas Neues, „Positives“ zur Verfügung zu haben. Es geht bei dem Paradox-Prinzip einzig und allein um die Annahme dessen was ist bzw. wie du bist um mit sich und anderen in Frieden zu kommen. Wenn du etwas an dir ablehnst dann gibst du dir selbst negative Energien. Ablehnung geschieht durch Verachtung, Erniedrigung, Bestrafung, Wut oder Enttäuschung.

Ein Beispiel von mir mit einem „Ich will nicht-Satz“:

Ich will nicht so schüchtern sein.
Die Umkehrung – das Paradox:
Ich will schüchtern sein.

Warum das Paradox/die Umkehrung wahr ist:
In dem ich schüchtern bin und nicht so viel sage, laufe ich nicht Gefahr dass meine Meinung abgelehnt werden könnte. Für mich ist es sehr schmerzhaft abgelehnt zu werden, daher halte ich mich lieber zurück. Aus diesem Grund möchte ich schüchtern sein, weil es mich vor Gefühlen schützt die ich (wie ich denke) nicht ertragen kann.
Also wenn ich mich mal wieder über mich selbst ärgere und enttäuscht und traurig bin, dass ich nicht alles gesagt habe, was ich eigentlich sage wollte, dann mache ich kurz in meinem Kopf die Umkehrung und ich verstehe warum ich gerade so bin wie ich bin und die Wut und Trauer auf/über mich selbst verschwindet. Die Energie die ich bis dahin in die Wut und Enttäuschungsgefühle auf mich selbst gesteckt habe, habe ich nun für die Auflösung der übermächtigen Angst. Diese nun freie Energie wandelt sich in Mut und ich kann jetzt viel mehr das sagen was ich denke und fühle.
Die Annahme dessen womit ich gehadert habe bringt mich näher zu mir selbst.

Und nun ein Beispiel mit der „Ich will“-Seite:

Ich will alleine sein.
Die Umkehrung – das Paradox:
Ich will nicht alleine sein.

Warum das Paradox/die Umkehrung wahr ist:
Ich will ja nur alleine sein, weil es mir schwer fällt bei mir selbst zu bleiben. Zu sehr bin ich auf die andere Person bzw. Personen fixiert und frage mich die ganze Zeit ob sie mich jetzt gut findet mit dem was ich sage oder tue, dass ich mich selbst dabei total verliere. Das ist natürlich extrem anstrengend für mich und ich bin dann oft lieber alleine, weil ich dann mit mir selbst sein kann. Aber im Grunde genommen, will ich ja gar nicht alleine sein, ich möchte sehr gern mit anderen Menschen zusammen sein UND mich dabei gut fühlen, aber nur weil ich das momentan nicht kann, will ich lieber allein sein. Eigentlich ist mein Wunsch meine Zeit mit anderen Menschen zu verbringen und eine schöne Zeit zu haben. Es macht mich sehr traurig und mich regt es auf, dass ich momentan genau das nicht so wirklich genießen kann. Also in einer gewissen Weise kann ich es genießen, aber ich bin einfach die meiste Zeit sehr angespannt.
Auch hier bin ich enttäuscht und wütend auf mich selbst und auch hier übe ich mich darin es so anzunehmen wie es ist und mache mich nicht weiter schlecht, denn es hat ja einen Grund.

Bei beiden Seiten geht es um das gleiche Thema. Ich habe Angst abgelehnt zu werden, dabei lehne ich mich selbst und auch oft andere ab. Indem ich anfange mich zu verstehen und dadurch nicht mehr so wütend und enttäuscht auf/über mich selbst bin, kann ich immer mehr ich selbst sein und mich und andere so annehmen wie sie sind und brauche weder mich noch andere ablehnen und bin dann auch nicht mehr so traurig. Das heißt aber nicht, dass nie mehr Ablehnungen in meinem Leben auftauchen werden, ich werde dann einfach nur entspannter mit Ablehnungen umgehen können. Ich werde mich nicht mehr unendlich schlecht fühlen wenn ich jemanden in eine gewisse Art und Weise ablehne, z.B. wenn derjenige etwas tut, was ich nicht gutheißen kann und auch die andere Seite wird mich dann nicht mehr so treffen, also wenn ich von jemanden abgelehnt werde, es ist ok und es gibt Gründe dafür.

Was willst du und was willst du nicht?

Wenn du magst dann kehre doch auch mal deine ganzen „Ich will“ und „Ich will nicht-Sätze“ um und schaue was für neue Sichtweisen sich daraus ergeben – du wirst erstaunt sein!

Falls du bei einer Umkehrung keine Antwort findest, kannst du mich gern in den Kommentaren oder via E-Mail dazu fragen. Wichtig noch zu wissen bei den „Ich will“ und „Ich will nicht-Sätzen“ ist, es müssen Sätze sein die dich fast täglich begleiten und die du oft denkst. Natürlich gibt es viele Dinge die wir nicht wollen bzw. wollen, aber diese Gedanken werden nicht so oft gedacht und sind eher übergeordnet. Es sollten Sätze sein die sehr persönlich sind, also z.B. nicht „Ich will nicht das Tiere gequält werden“,klar dies will ich nicht, aber ich denke da nicht fast jeden Tag dran. Wenn es aber so wäre dass mich dieser Gedanke jeden Tag begegnet, dann wäre er wiederum persönlich, weil dieser Gedanke einen sehr beschäftigt. Wobei letztendlich auch bei übergeordneten Gedanken die Wahrheit über dich herauskommen würde, es ist nur schwieriger als Anfänger da die Zusammenhänge sehen zu können.

Ich möchte noch sagen dass ich bereits seit ca. einem Jahr „The Work“ von Byron Katie mache, ein Fragetool welches auch mit Umkehrungen arbeitet (falls du nicht weißt was „The Work“ ist, hier ein Artikel von mir dazu: Was ist „The Work“ von Byron Katie und wie funktioniert es?). Dadurch dass ich diese Fragetechnik eine Zeit lang schon praktiziere, habe ich das Umkehrungs- bzw. Paradox-Prinzip sehr gut verstanden und kann es heute auch recht gut fühlen. Ich weiß daher nicht, ob die Bearbeitung des Paradox-Prinzips auf Anhieb bei jedem klappt. Ich könnte mir vorstellen dass es bei mir z.B. vor 2 Jahren noch nicht wirklich geklappt hätte. Also lass dich nicht entmutigen falls es bei dir noch nicht klappen sollte, vielleicht hältst du diese Technik in Hintergedanken und kommst eines Tages darauf zurück, so wie ich, alles zu seiner Zeit :-)

Wenn du erfahren möchtest wann ein neuer Blogartikel von mir online kommt, dann trage dich im Newsletter ein und ich gebe dir via E-mail Bescheid :-)

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Denise
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