Wie (unbewusste) Schuldgefühle uns leiden lassen und wie man diese auflöst

Wahrscheinlich kennt jeder dieses unangenehme Gefühl wenn einen das schlechte Gewissen packt und man sich für etwas schuldig fühlt. Das Gefühl beinhaltet große Scham für das was man getan oder gesagt hat. Oftmals für Dinge die man total falsch gemacht hat und auch genauso oft für Dinge wo man nichts falsch gemacht hat und es nur anderen nicht gepasst hat was wir sagten oder taten.

Daher unterscheide ich 2 Arten von Schuldgefühlen:

1. Das positive Schuldgefühl
2. Das negative Schuldgefühl

Was, es gibt positive Schuldgefühle? Aber wie geht das? Schuldgefühle fühlen sich doch immer total schrecklich an, was kann daran positiv sein?

Dazu kann ich sagen dass kein Gefühl nur „schlecht“ bzw. negativ ist, nur erst dann, wenn es das Leben dauerhaft negativ beeinträchtigt. Positiv sind Schuldgefühle wenn man daraus lernt. Würde der Mensch keine Schuld spüren können, so würde er Fehler machen und nicht daraus lernen, er würde den Fehler immer wieder machen und meist damit andere und sich schädigen, z.B. man ist genervt und lässt die schlechte Laune an einer anderen Person aus, das schlechte Gewissen packt einen und man entschuldigt sich und passt das nächste Mal besser darauf auf wie und was man sagt (fällt vielen schwer und einige lernen leider nicht so gut daraus, weil sie Schuldgefühle verdrängen…) aber durch das Schuldgefühl und die Einsicht, kann wenigstens das Gegenüber die Situation verstehen und muss sich nicht mehr darum kümmern bzw. aufregen.

Schuldgefühle haben einen Sinn

Und dann gibt es noch die sehr physischen Beispiele, Beispiel: Wenn man den Hund in Tante’s Garten laufen lässt und dieser dann das ganze Blumenbett um wühlt. Man fühlt sich schuldig weil man nicht richtig auf den Hund aufgepasst hat und wird dies das nächste Mal besser machen, vor allem wenn man weiß dass der Hund ein Faible für’s Blumenbeete umgraben hat :D Wäre einen das alles völlig egal, würde es immer wieder passieren und man achtet nicht darauf was man tut.

Mit negative Schuldgefühle beschreibe ich Schuldgefühle die man für Dinge hat, für die man sich eigentlich nicht schuldig fühlen braucht, z.B. man singt fröhlich vor sich hin und ein anderer fährt auf einmal einen harsch an und wirft einem Lärmbelästigung vor und dass man nicht Rücksicht auf andere nehme. Wenn die Fröhlichkeit echt und authentisch war, dann versucht die andere Person die Wut über eigene Schuldgefühle an eine andere Person abzugeben, weil sie auch einst grundlos beschuldigt und gedemütigt wurde (mehr zu dem Thema Opfer und Täterrollen findest du HIER).
Bei negativen Schuldgefühlen werden die Schuldgefühle immer auf andere „abgeladen“, dies ist für die Betreffenden (Opfer) extrem belastend, weil sie bei den Ursprungssituationen nichts falsch gemacht haben und trotzdem bestraft worden sind, sie waren einfach sie selbst und wurden dafür ausgeschimpft oder gemaßregelt.

Bei beiden Schuldgefühlsarten kann man sich ewig und drei Tage daran festhalten und sich als Übel und Sündenbock der Welt fühlen, kurz gesagt man fühlt sich beschissen. Doch warum halten wir uns an Schuldgefühlen so lange fest und wie können wir uns davon lösen?

„Man will einfach nicht Schuld sein, man will sich nicht schämen.“

Der Grund warum wir so lange daran „festhalten“ ist, weil wir das Gefühl kaum ertragen können und somit das Gefühl stattdessen lieber vor uns her schieben, anstatt es einmal heftig zu fühlen und Verantwortung zu übernehmen. Man will einfach nicht Schuld sein, man will sich nicht schämen. Heimlich und leise versucht man das Gefühl zu verdrängen, damit man es nicht spüren muss. Das Dumme am Verdrängen ist nur, dass es dann an einem haften bleibt und wie ein Schatten verfolgt. Summieren sich dann die „Schulden“, läuft man gedanklich gesehen mit einem Schuldenberg herum.

Ok, wir „halten“ uns an Schuldgefühlen fest oder besser gesagt sie bleiben einfach da, weil sie noch darauf warten gelebt zu werden und hier steckt auch schon die Lösung drin. Man muss einfach (es geht nicht anders) die Schuld/die Scham spüren und aushalten, man muss das unsägliche Gefühl ertragen, sonst trägst du es dein ganzes Leben mit dir herum. Gefühle wollen gefühlt werden, dazu sind sie da und wenn man dies nicht erlaubt, gehen sie einen tierisch auf den Keks. Und wenn das, wofür du dich schuldig fühlst du ändern kannst, dann ändere es und wenn es etwas ist was du nicht mehr ändern kannst, dann akzeptiere die Vergangenheit, nimm das Gefühl an. Falls es dich sehr quält und du es nicht mehr rückgängig oder mildern kannst, dann kannst du auch schauen ob du irgendetwas Gutes in der Welt tun kannst bzw. jemanden in de Welt etwas Gutes tun kannst, wo du das Gefühl hast das deine innere Waagschale ausgeglichen wird.

Dort war ich „schlecht“, aber hier war ich „gut“.

Dein Leben ist nicht nur dieses eine Erlebnis wofür du dich schämst und du dich schuldig fühlst, es gibt so viele Momente in deinen Leben wo du das Gegenteil beweisen kannst. Du musst dich dafür nicht ewig grämen und selbst geißeln, nimm die Energie dafür etwas Gegenteiliges zu tun. Wir sind alle nicht perfekt und machen Fehler, manche sind klein und manche sind groß, wir machen viel Gutes in der Welt, manches ist klein und manches ist groß.

Ebenso verhält es sich mit den Schuldgefühlen, wo wir nicht Schuld waren und uns andere nur bestraft haben, weil wir so sind wie wir sind. Dies ist genauso schmerzlich und wir wollen es nicht spüren, weil es uns tief trifft, aber auch hier geht der Weg heraus nur über das Fühlen. Nimm das Scham/Schuldgefühl an und denke immer (danach) dran, dass du richtig bist, so wie du bist. Diese Art von Schuldgefühlen begleiten uns meist unbewusst und wir wissen oft nicht warum wir uns schlecht fühlen. Der Klassiker in diesem Bereich ist: Sich schlecht/schuldig zu fühlen wenn es jemand anderes nicht gut geht, wir denken dann schnell dass es an uns liegt und wir schuld sind. Beobachte dich einfach in diese Richtung eine Weile lang und falls du da ein Thema hast, versuche das Schuld/Schamgefühl auszuhalten und sage dir danach, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, wie er auf andere Menschen reagiert und du dafür keine Schuld trägst, jeder trägt Verantwortung für sich selbst, diese brauch man nicht an andere abgeben.

Es ist an der Zeit das Schmerzhafte zu zulassen, so wie es an der Zeit ist das Wundervolle zu fühlen, denn dies folgt da drauf. Und wenn du nicht mehr mit deinen Schuldgefühlen haderst, dann wirst du auch nicht mehr (unbewusst) die Schuldgefühle bei anderen abladen wollen – also ein Gewinn für dich und die ganze Welt :-)

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Denise
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