Die Schule produziert Versager und ganz viel Wut

Heute habe ich mich meinen Versagensängsten und der Wut auf Versager gestellt und habe mit Hilfe von Fragen herausgefunden dass mich in diesem Bereich die Schule sehr stark geprägt hat.

Ich bin auf das Thema „Versagen“ konkret durch eine Person gekommen (welche mich spiegelt), ich habe mich über diese Person so mega mäßig aufgeregt dass er so ein Versager ist, so lange bis ich mir jetzt sagte „Stop, so kann es nicht weiter gehen, ich muss der Sache auf den Grund gehen, ich habe doch jetzt alle Tools dafür!“. Deswegen habe ich mich nun selbst über diese Person befragt und habe heraus gefunden, dass hinter der Wut auf Versager, die Wut auf die Schule steht bzw. die Schule mit ihren Notensystem die das erste Mal im Leben mich ganz öffentlich als Versager definieren konnte – die Angst vor dem Versagen war geboren!
Das Fragetool was ich hier anwende ist ein Mix aus Byron Katie, Teal Swan und eigenen Fragestellungen.

Die Wutaussage: Ich kann ihn nicht ausstehen weil er so ein Versager ist und nichts daran ändern möchte.

1. Wie fühlst du dich dabei?
Ich bin mega wütend und gleichzeitig macht es mich traurig – ich könnte ausrasten.

2. Was denkst du würde passieren wenn er weiterhin so bleibt?
Er bleibt ein Versager und bleibt unglücklich.

3. Wenn dies zu 100% wahr wäre, warum wäre es so schlimm?
Weil er dann erfolglos wäre, ein Niemand, ein Nichtsnutz, ein Versager.

4. Was bedeutet das für dich (gesellschaftlich gesehen) ein Niemand, ein Nichtsnutz zu, ein Versager zu sein?
Mit mir möchte keiner was zu tun haben, ich werde isoliert, ich werde nicht gemocht.

5. Wie könnte es in seinem Inneren aussehen, dass er so handelt wie er handelt – finde eine Erklärung!
Innerlich hat er große Ängste zu versagen und kommt dadurch überhaupt nicht zum Punkt erfolgreich zu sein, weil dann besteht erst die Möglichkeit so richtig hart zu fallen/ zu versagen – lieber bleibt er im soften „Versager-Modus“, wo es kein Fallen gibt, wo er auf einer Höhe bleibt, deshalb möchte er auch nichts ändern.

6. Ist sein Verhalten was du wahrnimmst seine wahre Art und Weise? Siehst du sein wahres Potenzial?
Nein.

7. Was nimmst du jetzt äußerlich von ihm wahr?
Viel Angst und Scham davor zu versagen, ich sehe Schutzmechanismen, ich sehe Blockaden Dinge zu tun, die ihn weiterbringen würden.

8. Wie würdest du dich in seiner Gegenwart fühlen wenn er nicht so wäre? Stelle ihn dir so vor wie du ihn gern sehen würdest! Benutze keine Negationen!
Ich würde mich liebend gern mit ihm unterhalten, Zeit verbringen, unbeschwert Lachen, die Zeit genießen. Es wäre herrlich!

9. Kehre nun die Anfangsaussage um! (3 Möglichkeiten – Reihenfolge beachten: Er ist kein…, Ich bin…, Ich bin kein…)

Er ist kein Versager.
Ich bin ein Versager.
Ich bin kein Versager.

10. Finde zu jeder Aussage mindesten einen Grund warum sie stimmen könnte!

10.1. Er ist kein Versager: Allgemein gesehen hat er in seinem Leben schon viel geschafft und auch bis zum heutigen Tag, ich kann nicht darüber urteilen und sagen dass er versagt mit dem was er macht, vielleicht ist es sogar sehr viel was er leistet, was ich jedoch einfach nicht sehen kann.

10. 2. Ich bin ein Versager: Stimmt, ich selbst hab krasse Versagensängste und komme deswegen auch so krass mit ihm in Resonanz (Spiegel- und Resonanzprinzip). Ich selbst denke ich sei ein Versager , weil ich dieses oder jenes nicht schaffe, obwohl das alles im Prinzip auch ok ist nicht zu schaffen und ich auch nicht alles auf einmal schaffen kann (was ich aber oft denke, also alles auf einmal schaffen zu müssen).

10.3. Ich bin kein Versager: Auch das stimmt, genau wie er bin ich kein Versager. Ich habe schon so viel geschafft in meinem Leben und kann es einfach nicht honorieren, ich habe immense Sachen geleistet, die für mich sehr schwer waren und ich habe sie gemeistert

11. Nimm die 2. Aussage und fühle dich hinein! Kannst du dich erinnern wann du dieses Gefühl das erste Mal gehabt hast bzw. wann taucht es in deiner Erinnerung das erste Mal auf?
In der Schule. Die Angst schlechte Noten zu schreiben und zu versagen. Angst davor meine Eltern zu enttäuschen wenn ich schlechte Noten schreibe. Angst davor mit einen „schlechten“ Zeugnis nicht die Ausbildung/Studiumsplatz zu bekommen den man sich wünscht, muss sich dann evtl. mit etwas „schlechteren“ begnügen, weil man ja ein „schlechtes“ Zeugnis hat – weil man selbst „schlecht“ ist.

12. Welche Gefühle kommen bei dir hoch?
Angst und Wut – ich habe die Schule gehasst.

13. Fühle die Angst und die Wut und lasse sie zu (stelle dir Situationen vor – vielleicht kommen dir auch automatisch Bilder hoch) Behalte dabei im Kopf dass dir heute nicht passieren kann, versuche die Angst auszuhalten, sie anzunehmen und die Wut fließen zu lassen. Teile deine Gedanken dazu!
Es war ein totes, emotionsloses Lernen (ich war tot und emotionslos): Auswendig lernen, Arbeit schreiben, Gelerntes vergessen, wieder auswendig lernen, wieder eine Arbeit schreiben, wieder vergessen, Woche für Woche, Jahr für Jahr, dazu andere junge Menschen die das mega auf den Sack geht und mit ihren (auch) daraus resultieren Neurosen andere Menschen auf den Sack gehen. Es wurde nichts wirklich Lebenswichtiges gelehrt (außer bis zur 4. Klasse: lesen, schreiben und rechnen). Alles habe ich heute wieder vergessen – nichts lebbares, nichts was die Welt verbessert, nichts was mich als Mensch mit meinen Potenzialen weiterbringt. Ich habe mich so gefangen gefühlt und fühle diesen Käfig bis heute…bis jetzt, denn heute habe ich verstanden dass ich Emotionen unterdrücken musste um Situationen auszuhalten, zu überstehen, um gesellschaftskonform weiterzuleben (sonst wäre ich wohl wie einige andere ausgerastet, was ich mir nicht erlauben wollte, ich wollte meine Familie nicht beschämen – „Schau da ist die Familie mit dem Problemkind“ :P ). Doch heute kann ich sie fühlen, endlich fließen lassen, ich muss mich nicht mehr dadurch quälen, dass hat mein Herz nur bis jetzt noch nicht mitbekommen.

14. Hast du dich damals als Opfer oder Täter gefühlt?
Als Opfer. Ich war wütend ein Opfer zu sein und nichts dagegen machen zu können. Ich war wütend dass diese beschissenen Noten mein restliches Leben definieren sollten.

15. Bist du heute immer noch das Opfer oder hast du nun die Möglichkeit Dinge zu ändern?
Nein, ich bin heute kein Opfer mehr, ich könnte mich nun Projekten wie z.B. dclass anschließen und mich für eine Revolution der Schulpolitik engagieren. (Wer sich für die dclass interessiert – siehe unten – dort ist ein Trailer zur dclass)

16. Wie fühlst du dich nun? Verstehst du deine Emotionen? (Benutze keine Negationen!)
Leichter, sanfter, erholter.
Ich verstehe woher meine Aggression gegen Versager her kommt bzw. gegen mich selbst.
Ich habe Mitgefühl für ihn und für mich, ich kann ihn und mich verstehen, kann ausgeglichener über ihn und mich denken.
Ich bin dankbar.

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Der Trailer von der #dclass conference

Foto © Anne Garti / PIXELIO

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