Mein niedriges Selbstwertgefühl verstehen

Mir kam vorgestern am Telefon plötzlich ganz stark ein Gefühl hoch, was ich sonst immer latent fühle, mir kam es ganz klar in Gedanken und im Körper hoch: Ich nehme meinen Gesprächspartner seine wertvolle Zeit weg (ich bin wertlos) und ich fühlte mich schlecht und hatte Angst, Angst dass dieses Gefühl wahr sein könnte.

Obwohl ich die Technik von Byron Katie bisher immer nur anderes herum genutzt hatte (also wenn ich auf jemand anderes wütend war oder vor jemand anderes Angst hatte) dachte ich mir, die Technik funktioniert bestimmt auch wenn es direkt um mich geht und ich probierte es aus, hier meine Ergebnisse.

Hier nochmal alle Gedanken, die mir jetzt nochmal zu diesem Gefühl vom Telefonat hoch kommen:

Ich habe das Gefühl das ich anderen ihre wertvolle Zeit nehme, ich bin unwichtig, ich bin es nicht wert dass man sich mit mir beschäftigt/Zeit verbringt. Meine Meinung ist nicht so wichtig.

1. Ist das wahr?
Nein! (Ich weiß es innerlich so stark und trotzdem hat mich dieses Gefühl bis jetzt noch nicht losgelassen.)

3. Wie reagiere ich darauf wenn ich diese Gedanken glaube?
Ich schäme mich dass ich andere „belästige“, ihnen ihre Zeit nehme/dass sie sich mit mir beschäftigen.

4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?
Ich würde mich frei und glücklich fühlen, ich könnte ganz unbeschwert auf andere Menschen zu gehen, mich mit ihnen unterhalten, Spaß haben.

5.1. Drehe die Grundaussage um!
Ich habe das Gefühl, dass andere mir meine wertvolle Zeit nehmen, sie sind unwichtig, sie sind es nicht wert, dass ich mich mit ihnen beschäftige/Zeit verbringe. Ihre Meinung ist nicht so wichtig.

5.2. Drehe wiederum die Aussage von 5.1. um!
Ich habe das Gefühl, dass andere meine wertvolle Zeit bereichern, sie sind wichtig, sie sind es wert, dass ich mich mit ihnen beschäftige/Zeit verbringe. Ihre Meinung ist wichtig.

5.3. Drehe die Grundaussage in einer anderen Form um!
Ich habe das Gefühl dass ich die wertvolle Zeit anderer bereichere, ich bin wichtig, ich bin es wert dass man sich mit mir beschäftigt/Zeit verbringt. Meine Meinung ist wichtig.

Es hat funktioniert! Auch auf eine Ich-bezogene Aussage kann ich mit der Technik von Byron Katie wieder was Neues herausfinden und komme auf den von mir geliebten „Da-muss-ich-mir-mal-selber-an-die-Nase-fassen-Punkt“. Dieser Punkt gibt mir den Handlungsspielraum an mir selbst arbeiten zu können und nicht auf andere „warten zu müssen“ – ich habe es in der Hand. Und es stimmt und ich muss es zugeben, es gibt/gab da immer mal Personen bei denen ich meine Zeit zu wertvoll hielt, um mich mit ihnen zu beschäftigen bzw. Zeit zu verbringen. Ein gutes Beispiel für das Täter-Opfer-Schema aus den 5 Schritten. Ich bin in dieser Sache eindeutig Täter und Opfer. Im Moment denke ich, wenn ich das Täter-Sein aufgebe habe ich gleichzeitig die Möglichkeit das Opfer-Sein zu beenden. Es fühlt sich so an, dass ich mehr an der Täter-Seite arbeiten sollte, statt mit der Opfer-Seite. Denn wenn ich anderen von Herzen (was ich irgendwie üben und beobachten muss/möchte) meine Aufmerksamkeit gebe, ihn zeige wie wertvoll sie (für mich) sind, dann löst sich auch das Opfer-Sein auf. Ganz, ganz wichtig dabei ist, dass es wirklich von Herzen kommt. Natürlich könnte man es einfach aus dem kognitiven heraus so handeln, weil man weiß dass man damit sein Leiden beenden kann aber dass bewirkt gar nichts, es muss wirklich aus dem Herzen kommen.

Hast du es schon mal erlebt, dass du zuerst dein Verhalten anderen gegenüber geändert hast und dann gemerkt hast, dass du dich selber auf einmal besser behandelst bzw. dein Selbstwertgefühl gestiegen ist? Oft heißt es ja man muss sich selbst erst einmal ändern, bevor man sich im Außen anders/besser verhalten kann. Was denkst du, was klappt besser? Wie kann man sich selbst ändern, wenn man nicht im Außen anfängt. Im Außen da wo man wirklich sehr oft über seinen eigenen Schatten springen muss.

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Denise
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