„Negative“ Gefühle besser aushalten können durch Verstehen des Energieprinzips

Schon seit ein paar Monaten hatte ich das Energieprinzip verstanden, aber erst gestern ist es so richtig bei mir angekommen – emotional angekommen. Es war eine fundamentale Erkenntnis, die mich so vieles verstehen ließ. Vor allem warum ich es all die Jahre nicht wirklich geschafft hatte die „negativen“ Gefühle verschwinden zu lassen und sie mich noch immer so sehr plagten.

Natürlich hatte sich sehr viel verändert und ich habe viele tolle Schritte gemacht, aber immer blieb noch das Gefühl, dass die Wurzel allen dessen übrig blieb und aus der immer wieder was neues wachsen konnte, sobald „Wasser“ hinzukam.

„Unsere Gefühle sind Energien und zwar sehr starke, sie haben das Potenzial alles zu zerstören oder alles zu erschaffen.“

Alles auf der Welt besteht aus Energie, selbst ein Stein, der gechillt am Strand liegt :-) Allem wohnt Lebensenergie inne, bei manchen mehr, bei manchen weniger, aber sie ist immer da. Und auch unsere Gefühle sind Energien und zwar sehr starke, sie haben das Potenzial alles zu zerstören oder alles zu erschaffen. Da sie sehr viel Energie enthalten ist es nicht besonders klug diese Energien zurückzuhalten. Diese Gefühlsenergien müssen irgendwo hin, am Besten sie werden gelebt, aber wenn dies nicht geschieht, dann „mutieren“ sie und richten Schaden im Körper an, denn sie bleiben im Körper, sie stören die natürlichen Abläufe im Körper. In meinem Fall habe ich z.B. damals sehr krasse Muskelschmerzen bekommen.

Ich habe damals sehr viel verdrängt, weil es emotional einfach zu viel war, hätte ich mich den Gefühlen hingegeben, hätte ich nicht mehr „funktionieren“ können, wobei ich das insgeheim eh nicht wollte, die Muskelschmerzen bewogen mich aber dann mich krank zu schreiben und mich der Arbeitssituation zu entziehen, welche ich so unerträglich stumpf und öde empfand, es war einfach für mich verschwendete Lebenszeit, ich war unheimlich wütend und traurig zugleich und das ganze 3 Jahre lang!

Ich verstehe mich nun und nehme mich an, dass ich damals nicht anders reagieren konnte und auch verstehe ich dass diese Gefühle von damals irgendwo immer noch in mir schlummern, dass merke ich immer ganz stark wenn ich darüber rede oder schreibe, was für einen Groll noch da hoch kommt und im Nachgang die große Trauer.

Ok, komme ich jetzt zu dem Punkt des Energieprinzip’s:

Und zwar ist es so, dass wenn wir Energie aufwenden um „negative“ Gefühle zurück zu halten, weil sie uns z.B. umhauen könnten, dann fehlt uns auf der Gegenseite die Energie, z.B. wir stecken viel Energie darin Wut zurück zu halten, dann fehlt uns aber die Energie uns ganz natürlich zu entspannen und gelassen zu sein und wenn wir Trauer verdrängen, dann fehlt uns die Energie für die Freude. Bei dem Vorgang des Verdrängens/Zurückhaltens geht so enorm viel Energie drauf, die dann bei den gegensätzlichen Seiten immer fehlen.

Es gab immer Zeiten und Gründe in unserem Leben wo wir unsere Gefühle nicht fühlen wollten oder konnten, weil sie zu übermächtig erschienen, aber heute können wir uns mit kleinen Schritten daran tasten und sie Stück für Stück fühlen und somit auch den „positiven“ Seiten mehr Energie schenken.

Seitdem mir dies so richtig klar geworden ist und ich weiß, dass es kein anderen Weg gibt, als durch das Gefühl zu gehen, umso mutiger und motivierter bin ich, diese von mir unliebsamen Gefühle zu fühlen. Denn heute weiß ich, dass wenn ich das Leiden von damals und auch heute annehme – es fühle, dann kann ich auch die Freude heute und auch damals viel intensiver spüren. Es ist eine ganz andere Lebensqualität MEHR zu spüren, alles macht so viel MEHR Sinn.

„Jedes Gefühl hilft uns, uns selbst zu verstehen und zu sein.“

Ich habe übrigens „negative“ und „positive“ Gefühle in Anführungsstriche gesetzt, weil es in Wahrheit keine negativen und positiven Gefühle gibt. Wut, Trauer und Scham sind genauso wertvoll wie Entspanntheit, Freude oder Selbstbewusstsein. Trauer zeigt uns dass wir lieben, Wut dass wir etwas in unserem Leben ändern müssen und Scham zeigt uns dass wir uns vor bestimmte Sachen schützen möchten/müssen, auch da kann man dann erforschen, warum wir in manchen Dingen so „schamig“ sind, vielleicht haben wir auch dort in der Vergangenheit verdrängt, was noch bis heute mit Scham besetzt ist. Jedes Gefühl hilft uns, uns selbst zu verstehen und zu sein.

Wenn du erfahren möchtest wann ein neuer Blogartikel von mir online kommt, dann trage dich im Newsletter ein und ich gebe dir via E-mail Bescheid :-)

About the author

Denise
Denise

6 Comments

Leave a comment
  • Hallo Denise,
    ich beschäftige mich gerade auch intensiv mit dem Thema. Kann es sein, dass du das Buch Die Kraft gelebter Gegenwart von Michael Brown gelesen hast? Wenn nicht, kann ich es dir wirklich empfehlen.

    Ich habe auch jahrelang die Gefühle unterdrückt. Ich habe auch eine coole Erklärung, wie sich das mit dem Unterdrücken der Gefühle auswirkt. Man kann es sich wie ein Pendel vorstellen, wobei auf einer Seite die negativen Gefühle sind und auf der anderen Seite die positiven Gefühle. Wenn man das eine vermeidet, kann das Pendel nicht mehr frei schwingen. D.h wir nehmen dann gar nichts mehr wahr. Meistens ist das Ergebnis dann eine depressive Verstimmung oder Depression. Auf körperliche Ebene dann Krankheiten.

    Eines der besten Werkzeuge, wie du auch schon hier geschrieben hast, bewusstes fühlen. Fühlen, was der Körper empfindet. Fühlen, wie man sich fühlt. Fühlen, in allen Situationen. Und eben die Meditation.

    Welche Übungen machst du, um mehr zu fühlen?=)

    LG
    Sven – my-lifedesign.de

  • Hi Sven,

    das Buch kenne ich nicht, aber ich hab mal online geschaut, klingt sehr interessant, das Buch steht jetzt auf meiner Wunschliste, Danke für den Tipp :-)

    Das Beispiel mit dem Pendel ist genial, das tut es super veranschaulichen.

    Genau das ist die Lösung: fühlen, fühlen, fühlen :-)

    Mhm, Übungen um mehr zu fühlen? Also momentan habe ich meinen inneren Kritiker entdeckt und konnte eine Verbindung zu ihm aufbauen. Statt ihn weiterhin unbewusst abzulehnen (er macht mich ständig schlecht und meint ich könnte alles besser und schneller machen ;-) fühle ich jetzt bewusst die Annahme, also dass ich ihn annehme und lieb habe, er ist ein Teil von mir (der momentan einfach etwas arg abgeht), es bringt ja nichts wenn ich den Teil von mir ablehne der mich ablehnt.

    Ich denke wenn man die verschiedenen Schichten erkennt kann man besser und differennzierter hinein fühlen. Das Erkennen passiert bei mir spontan ober wenn ich The Work mache.

    Liebe Grüße
    Denise

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2014. Created by Meks.